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Entspannter Motown-Sound

Michael Kiwanuka Entspannter Motown-Sound

Michael Kiwanuka ist keine Rampensau. Dennoch verlieh er dem „NDR2 Soundcheck-Festival“ intensive Momente des Musikgenusses.

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Versiert: Michael Kiwanuka.

Quelle: Jan Vetter

Göttingen. Die kleinere Bühne des Jungen Theaters war dafür der richtige Ort für den 25-jährigen Londoner, der mit seinem Retro-Soul internationale Anerkennung erlangt hat, ohne seiner Musik ihre besondere Intimität zu rauben.

Kiwanuka spricht den Abend über wenig, aber wenn er den Mund aufmacht, um einen Song anzukünden, lächelt er ansteckend. Er ist nicht wirklich schüchtern, zumindest nicht, während er spielt. In meditativer Konzentration wiegt er seinen Kopf zur Musik, seine Stimme klingt dabei immer authentisch. Auch die Tatsache, dass er für die ersten vier Songs vier unterschiedliche Gitarren braucht, zeigt, dass er den Sound der Show vorzieht.

Sein Debüt-Album „Home Again“ schaffte es in die deutschen Top 20 und die BBC kürte ihn zum Newcomer des Jahres. Dieser Erfolg mag gleich mehreren Gründen geschuldet sein: Zunächst besitzt seine Stimme eine besondere Klangfärbung, ihr warmes und erdiges Timbre hat unzweifelhaft hohen Wiedererkennungswert. Zudem ist der studierte Jazzmusiker ein versierter Songwriter, der sein Handwerk versteht.

Seine Songs wollen nichts beweisen, man hört in ihnen Bill Withers, Marvin Gaye und auch Jimi Hendrix durchscheinen und lernt dabei, dass Innovation nicht immer nach vorn gerichtet sein muss.

Kiwanukas entspannter Motown-Sound funktioniert, egal ob er eigene Titel singt oder seine Idole covert. So war Hendrix’ „May This Be Love (Waterfall)“ in seiner stetig anschwellenden Intensität sicherlich eines der Glanzlichter des einstündigen Konzerts. Wieder lächelnd erzählt Kiwanuka dann, dass Hendrix für ihn der Grund gewesen sei, Gitarre zu lernen. Obwohl er auch mit selbstgeschriebenen Liedern wie „Home Again“ Erfolg hat, scheint er sich der Geschichte seiner Musik in dankbarer Weise bewusst zu sein.

Den Abend schloss Kiwanuka daher mit Withers’ „I Don‘t Know“, in dem er den Groove, den seine grandiose Band erzeugte, über lange Zeit einfach auf sein begeistertes Publikum wirken ließ. Entspannung und Euphorie: Michael Kiwanuka gelingt die Wiederbelebung eines seit mehr als 30 Jahren totgesagten Lebensgefühls.

Von Jonas Rohde

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