Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Entspannter Motown-Sound

Michael Kiwanuka Entspannter Motown-Sound

Michael Kiwanuka ist keine Rampensau. Dennoch verlieh er dem „NDR2 Soundcheck-Festival“ intensive Momente des Musikgenusses.

Voriger Artikel
Erster Deutschland-Auftritt
Nächster Artikel
Sunnyboy rockt die Stadthalle

Versiert: Michael Kiwanuka.

Quelle: Jan Vetter

Göttingen. Die kleinere Bühne des Jungen Theaters war dafür der richtige Ort für den 25-jährigen Londoner, der mit seinem Retro-Soul internationale Anerkennung erlangt hat, ohne seiner Musik ihre besondere Intimität zu rauben.

Kiwanuka spricht den Abend über wenig, aber wenn er den Mund aufmacht, um einen Song anzukünden, lächelt er ansteckend. Er ist nicht wirklich schüchtern, zumindest nicht, während er spielt. In meditativer Konzentration wiegt er seinen Kopf zur Musik, seine Stimme klingt dabei immer authentisch. Auch die Tatsache, dass er für die ersten vier Songs vier unterschiedliche Gitarren braucht, zeigt, dass er den Sound der Show vorzieht.

Sein Debüt-Album „Home Again“ schaffte es in die deutschen Top 20 und die BBC kürte ihn zum Newcomer des Jahres. Dieser Erfolg mag gleich mehreren Gründen geschuldet sein: Zunächst besitzt seine Stimme eine besondere Klangfärbung, ihr warmes und erdiges Timbre hat unzweifelhaft hohen Wiedererkennungswert. Zudem ist der studierte Jazzmusiker ein versierter Songwriter, der sein Handwerk versteht.

Seine Songs wollen nichts beweisen, man hört in ihnen Bill Withers, Marvin Gaye und auch Jimi Hendrix durchscheinen und lernt dabei, dass Innovation nicht immer nach vorn gerichtet sein muss.

Kiwanukas entspannter Motown-Sound funktioniert, egal ob er eigene Titel singt oder seine Idole covert. So war Hendrix’ „May This Be Love (Waterfall)“ in seiner stetig anschwellenden Intensität sicherlich eines der Glanzlichter des einstündigen Konzerts. Wieder lächelnd erzählt Kiwanuka dann, dass Hendrix für ihn der Grund gewesen sei, Gitarre zu lernen. Obwohl er auch mit selbstgeschriebenen Liedern wie „Home Again“ Erfolg hat, scheint er sich der Geschichte seiner Musik in dankbarer Weise bewusst zu sein.

Den Abend schloss Kiwanuka daher mit Withers’ „I Don‘t Know“, in dem er den Groove, den seine grandiose Band erzeugte, über lange Zeit einfach auf sein begeistertes Publikum wirken ließ. Entspannung und Euphorie: Michael Kiwanuka gelingt die Wiederbelebung eines seit mehr als 30 Jahren totgesagten Lebensgefühls.

Von Jonas Rohde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
NDR-Soundcheck-Festival

Weihrauch wabert durch die Stadthalle. Auf der in strahlend dunkelblaues Licht getauchten Bühne der Stadthalle steht der schwarzgewandete Björn Dixgård und reckt im Gegenlicht den Arm zum Himmel.

mehr

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers