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Erfolgreiche musikalische Schatzsuche

Händel-Festspiele Erfolgreiche musikalische Schatzsuche

Ein geradezu aufregendes Programm bot das Konzert „Händel & Haydn“ der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen am Sonntag in der vollbesetzten Stadthalle. Zu Gast im Publikum: Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), zusammen mit Prinz Charles Schirmherr der Festspiele 2009.

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Solistenterzett in Cherubinis „Chant“: Thomas Cooley, Colin Ainsworth und Dominique Labelle (v.l.), rechts Nicholas McGegan.

Quelle: Michael Schäfer

Vor 200 Jahren, am 31. Mai 1809, starb in Wien Joseph Haydn. Nicht nur deshalb widmeten ihm die Göttinger Händel-Festspiele 2009 ein Konzert an diesem Todestag – Haydn war auch erklärtermaßen ein Bewunderer des barocken Komponisten.

Den Abend eröffnete Nichoilas McGegan mit Haydns Symphonie Nr. 103. Sie hat keinen besonderen Händel-Bezug, ist aber ein wunderbares Beispiel für die Art und Weise, mit der Haydn immer wieder seine Zuhörer verblüffte. Mit einem Paukenwirbel eröffnet er das Werk, schafft so gebieterisch Aufmerksamkeit für eine Musik, deren Ideen- und Beziehungsreichtum ohne Beispiel ist.

Hatte hier das Festspielorchester schon mit sehr frischem, leichtem, farbigen Spiel geglänzt, konnte es mit der revolutionären Musik von Luigi Cherubini im „Chant sur la mort de Joseph Haydn“ verblüffende Wirkungen draufsetzen. Die Einleitungsmusik mit ihren erschreckend dunklen, fahlen Farben ist geradezu ungeheuerlich. Und auch die Töne der Klage, die die drei Vokalsolisten anschlagen – neben der phänomenalen Sopranistin Dominique Labelle die edlen Tenöre Thomas Cooley und Colin Ainsworth –, gehen tief zu Herzen. 

Mit einem weiteren Schatzfund bei musikgeschichtlichen Grabungen ging es weiter: Joseph Haydns englisches Madrigal „The Storm“, eine packende, ungeheuer dramatische Musik, die von Donner und Blitz erzählt und in eine Bitte um sanfte Ruhe mündet. Hier konnte der Chor des NDR zum zweiten Mal – nach der Aufführung von „Alexander’s Feast“ am Freitag – seine hohen Qualitäten unter Beweis stellen. Nirgends war das Forte unkultiviert, immer klang der Chor durchsichtig.

Auch für Händels Dettinger Te Deum, das den Schluss dieses ungewöhnlichen Abends bildete, war dieser Chor wiederum ein hochrangiger Interpret, dazu der strahlend-kräftige Bariton von William Berger. Zu hören war das Werk in einer rekonstruierten Bearbeitung von Mendelssohn, der vor allem die Bläserstimmen neu besetzt hat und die deutsche Übertragung des Textes von Friedrich Zelter zugrundelegt. Die Bläserfarben (mit Klarinetten) machen das Te Deum sanfter, gefälliger, ohne ihm aber die majestätische Größe zu nehmen. Gebieterisch forderten die begeisterten Zuhörer eine Zugabe: das „Halleluja“ – in der Mozart-Fassung.  Michael Schäfer

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