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Eric Gales und Bettina Schelker in der Musa Göttingen

Emotionale Geburtstagsfeier Eric Gales und Bettina Schelker in der Musa Göttingen

Eric Gales gilt als einer der Besten seiner Zunft. Seine Popularität basiert auf von Kritikern hoch gelobten Alben und seinem  Talent, das ihm unter anderem Vergleiche mit Jimi Hendrix einbrachte. Während seiner Europatour war der 41-Jährige am Donnerstagabend mit seiner Band zu Gast in die Musa.

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Eric Gales

Quelle: Heller

Göttingen. 1974 in Memphis geboren, unterschrieb er mit 15 Jahren seinen ersten Plattenvertrag. Beeinflusst durch die Musik von Albert King, B.B. King und Hendrix gründete er mit seinen Brüdern Eugene und Manuel Gales schon früh die Band „Left Hand Gales Brothers“, die in den USA in kurzer Zeit sehr populär wurden. Gales trat mit Größen wie Carlos Santana und B.B. King auf und wurde mehrfach von Magazinen zum besten Blues-Rockgitarristen der Welt gewählt. Auffällig an seinem Spiel als Linkshänder ist, dass er eine für Rechtshänder gebaute Gitarre seitenverkehrt und mit der E-Basssaite oben benutzt.

Gewitterartige Klänge dröhnen aus den Boxen, als die Band, bestehend aus Orlando Thompson, Bass, Nick Hayes, Drums, dem gewichtigen Charles Freeman und Gales Ehefrau LaDonna als Backgroundsängerin, die Bühne betritt. Diese ist mit bunten Luftballons geschmückt. Gales hat Geburtstag, freut  sich, dass das Publikum gekommen ist, um mit ihm zu feiern und betont danach ein ums andere Mal etwas selbstverliebt, dass dies seine „Birthdayshow“ sei.

Und dann legen sie los. Knallharter Funk wechselt zu knochentrockenem Bluesrock, roh, kräftig und ungestüm. Gales holt mit schneidenden Gitarrenriffs zu stampfenden Rhythmen die Säge raus. It᾽s showtime in Rhythm ᾽n᾽ Blues. Gitarrensoli, mal verspielt, mal voller Power, bauen sich zu wahren Gewitterorgien auf. Einem etwas langatmigen, übersteuerten Bass- und Drumsolo folgt ein Geburtstagsständchen mit Torte auf der Bühne.

Gales wird sentimental, drückt die eine oder andere Träne weg und sieht die Anwesenheit seiner Frau als größtes Geschenk an. Er könne kein Deutsch, aber Musik sei seine Sprache, er verständige sich über seine Gitarre. Dieser Aussage lässt er ein sprichwörtliches Gitarreninferno folgen. Danach gedenkt er all seiner schon verstorbenen Familienmitglieder und berühmter Gitarristen wie B.B. King, John Lee Hooker und Hendrix. Den holt er zum Ende seiner Show zur Begeisterung des Publikums mit einer schier nicht enden wollenden Fassung von Voodoo Child heraus.

Den Support gab die aus der Schweiz stammende Sängerin und Gitarristin Bettina Schelker. Nur zur Gitarre präsentierte sie mit volumiger Stimme Lieder aus ihrem 2014 erschienenen Album „Now what maybe“.

Von Jörg Linhoff

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