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Erinnerung an Götz George

Schauspieler am Deutschen Theater Göttingen Erinnerung an Götz George

1958 hat Götz George erfolgreich bei Heinz Hilpert vorgesprochen. Der Intendant des Deutschen Theaters (DT) Göttingen engagierte den Schauspieler, der bis 1963 immer wieder Rollen am DT spielte. Am 19. Juni ist George, der als Fernseh- und Filmschauspieler bekannt war, mit 77 Jahren gestorben.

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„Die Fliegen“ am Deutschen Theater: Götz George als Orest mit Rosmarie Pruppacher.

Quelle: Paul

Göttingen . Der junge Mann stammte aus einer Schauspielerfamilie. Die Schauspieler Heinrich George (1893-1946) und Berta Drews (1901-1987) waren die Eltern des am 23. Juli 1938 in Berlin geborenen Götz. Seinen Vornamen hatte der Vater nach einer seiner Lieblingsrollen bestimmt: Götz von Berlichingen. Nach Göttingen kam Götz George 1958 auf Empfehlung seiner Mutter. Die kannte den Intendanten Heinz Hilpert (1890-1967) aus Berliner Zeiten und schickte ihren Sohn, erinnert sich Norbert Baensch, der ebenfalls 1958 eine Stelle am DT antrat.

Götz George (1938-2016) in den sechziger Jahren.

Quelle: dpa

„Götz George war von vornherein eine große Individualität. Aber er hatte keinen falschen Ehrgeiz“, erzählt Baensch. „Ein Mann, über den ich nur das Allerfreundlichste sagen kann.“ George hat einzig seinen Vater als Vorbild gehabt, „und er hat blendend eingelöst, was dieser ihm mit auf den Weg gegeben hatte“, meint ­Baensch, der bewundernd von Götz Georges „großer Karriere“ spricht.
In Göttingen am DT war George mit beeindruckendem Spiel unter anderem in den Hauptrollen von „Held der westlichen Welt“ und „Die Fliegen“ zu sehen, erinnert sich Baensch, der bis 1960 und dann wieder ab 1963 als Chefdramaturg am DT tätig war. In „Fliegen“ spielte er den Orerst, erinnert sich ­Baensch. Regie führte Peter Beauvais. Nach einer Probe habe der George beiseite genommen und gesagt: „Das ist wunderbar, was du gemacht hast. Aber ist das nicht ein bisschen viel?“ Und Hilpert habe dafür gesorgt, dass George ein Lispler abtrainiert wurde und er sich die Zähne richten ließ, so Baensch.

Eine Zeit lang habe der Schauspieler im Friedländer Weg gewohnt – bis er ausziehen musste. Auch an den Grund erinnert sich Baensch: die Probenlautstärke Georges in der Wohnung. Legendär auch das Auto, das ihm zu dieser Zeit gehörte. Mit Anfang 20 habe er die Damen in einem Porsche ausgefahren
George wurde als Fersehkommissar Horst Schimanski in der Reihe Tatort einem großen Publikum bekannt. Er setzte sich als Charakterdarsteller durch und arbeitete bis 2015 als Filmdarsteller. Am 28. Januar 1998 war er noch einmal in Göttingen. Im Kino Cinemaxx stellte er mit weiteren Schauspielern aus dem Ensemble und Regisseurin Hermine Huntgeburth hier den Film „Das Trio“ vor. jes/pek

1998 im Cinemaxx in Göttingen: Götz George auf Werbetour für den Film "Das Trio".

1998 im Cinemaxx in Göttingen: Götz George auf Werbetour für den Film "Das Trio".

Quelle: Bernd Beuermann

Die Fliegen

"Die Fliegen" von Jean-Paul Sartre: Im Mai 1963 kam das Theaterstück im Deutschen Theater Göttingen von Peter Beauvais inszeniert auf die Bühne. Götz George spielte den Orest, Rosmarie Pruppacher die Elektra. Tageblatt-Rezensent Gerhard Schüler schrieb über George: "Götz George ist von der Gestalt, vom Habitus und von der Gestik her ein idealer Orest. Doch es hapert bei ihm am Wort. Noch so vitale komödiantische Verve, über die er ausreichend verfügt, darf ihn nicht dazu verleiten, im Sprechen ungenau, überhastet zu werden."

 

"Die Mutter" von Maxim Gorki wurde im April 1963 von Eberhard Müller-Elmau am Deutschen Theater  Göttingen inszeniert. Götz George (zweiter von links) spielte den Ssemion. In der Tageblatt-Kritik von Gerhard Schüler heißt es: "Das Göttinger Ensemble findet sich zu einer Leistung zusammen, die überwältigend ist. (…) Götz George hat die Zeit seiner Abwesenheit von Göttingen gut genutzt. Er ist um vieles souveräner geworden. In der Rolle des Ssemion beweist er überzeugend, daß er die Fragwürdigkeit, Zwiespältigkeit eines Charakters mit treffenden Mitteln darzustellen vermag."

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