Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Erinnerung an Suffragette Pankhurst

Literaturherbst Erinnerung an Suffragette Pankhurst

Mit Steinen warfen die „Suffragetten“ Schaufenster ein, mit Sprengstoff jagten sie Briefkästen in die Luft: In der gleichnamigen Autobiografie von Emmeline Pankhurst geht es um die Frauenrechtsbewegung in Großbritannien. Bei der Eröffnung des Literaturherbstes im Kino Lumiére las Schauspielerin Angelika Fornell daraus vor.

Voriger Artikel
Vielfalt im Diskurs
Nächster Artikel
Malerei in der Schwebe

Emmeline Pankhurst (1858-1928).

Quelle: R

Göttingen. „Anlässlich des 80. Geburtstags der ehemaligen Göttinger Bundestagsabgeordneten Inge Wettig-Danielmeier haben wir uns für diese Eröffnungsveranstaltung entschieden“, sagte Dagmar Schlapeit-Beck, die in die Veranstaltung in dem ausverkauften Kinosaal einführte. Wettig-Danielmeier habe vor 30 Jahren die Übersetzung der „Suffragette“ auf Deutsch angeregt, berichtete Schlapeit-Beck, ehemalige Kulturdezernentin der Stadt Göttingen. Nun ist in diesem Jahr im Steidl-Verlag eine Neuauflage erschienen.

Das Buch:

Emmeline Pankhurst: "Suffragette. Die Geschichte meines Lebens". Steidl,344 Seiten, 24 Euro.

Bevor Fornell, Schauspielerin am Deutschen Theater, aus dem Werk vorlas, sprach Schlapeit-Beck noch kurz über die Geschichte der Frauen in Großbritannien und die „Suffragetten“ – ein „weithin vergessenes Kapitel der Frauenrechtswahlbewegung“. So habe Frauenrechtskämpferin Pankhurst (1858 – 1928) im Jahre 1903 die Woman’s Social and Political Union gegründet und sei mit den „Suffragetten“, wie sie sich nannten, einer militanten Strategie gefolgt. „Die Suffragetten polarisierten und provozierten“, so Schlapeit-Beck.

Fornell wählte für ihre Lesung Auszüge aus dem Anfangskapitel, in dem Pankhurst die „Suffragetten“ noch nicht gegründet hatte, aber die Grundsteine ihres frauenrechtlichen Engagements gelegt wurden. Sie las vor, wie die junge, wohlbehütete Pankhurst zwar liebevoll aufgezogen wurde, aber doch merkte, wie ihre Eltern mehr Wert auf die schulische Bildung ihrer Brüder legten als auf die ihre, wie ihr Vater einmal an ihrem Bett murmelte, „wie schade, dass sie nicht als Junge geboren wurde!“

Den Stolz der Emmeline Pankhurst – wie er auch im nach der Lesung gezeigten Film „Suffragette“, wo Pankhurst durch Meryl Streep gespielt wird, deutlich wurde – traf Fornell gut. Mut, manchmal das Kindliche der jungen Pankhurst, aber vor allem Empörung und der Wille, etwas zu verändern, schwangen in ihrer Stimme mit. Obwohl locker mit überschlagenen Beinen auf dem mit einer lila-samtenen Decke überzogenem Tisch in der Mitte der Bühne sitzend, strahlte sie Eleganz aus – man musste ihr zuhören. So wie es auch der Fall im Film ist, als Pankhurst – die in dem Spielfilm gar nicht oft auftritt – eine Rede hält und damit alle Frauen in den Bann zieht. „Lieber bin ich Rebellin als Sklavin“, sagt sie darin – und auch Fornell würde man das in diesem Moment abnehmen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff