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Erinnerungen einer Journalistin

Autobiografie Erinnerungen einer Journalistin

Sie wurde als die erste Nachrichtensprecherin im Westdeutschen Fernsehen bekannt: Wibke Bruhns. In ihrer Autobiografie „Nachrichtenzeit. Meine unfertigen Erinnerungen“ schildert sie Erlebnisse aus ihrem bewegten Leben als Journalistin, am Mittwoch las sie in der gut besuchten Deuerlichschen Buchhandlung in Göttingen rund 80 Zuhörern Auszüge daraus.

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Blickt freudig auf ein bewegtes Leben zurück: Wibke Bruhns.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Es sei schlichtweg Zufall gewesen, dass sie plötzlich berühmt geworden sei, erzählt Bruhns, sie sei gerade zufällig in der Gegend gewesen, und das ZDF in Wiesbaden suchte zu dem Zeitpunkt eine Journalistin, um etwas Neues zu wagen.

Sie war die erste Frau, die eine bis dahin reine Männerarbeit übernahm, erntete dafür zu Beginn ihrer Karriere in erster Linie aber Empörung, wurde später jedoch zu einer Vorkämpferin deutscher Frauen erhoben. So wie Bruhns ihr Leben beschreibt, ist aus heutiger Sicht kaum nachzuvollziehen, dass es sich so zugetragen haben soll. Sie wirkt bescheiden in ihren Ausführungen, wie sie es schaffte, ohne Examen zur Bild-Zeitung zu gehen, beim ZDF zu moderieren und später für den Stern unter anderem aus Israel und Washington zu berichten.

Wenngleich diese Geschichte bereits faszinierend ist, so kann Bruhns in ihrer Autobiografie noch weitaus mehr berichten. Ihre ausgeprägte Neugier trieb sie quer durch die Welt. „Ich war begeistert, dass man durch Türen gehen konnte, die anderen verschlossen blieben“, sagt sie später. Und sie ging durch diese Türen. So gewährt sie auch private Einblicke in ihre Kontakte zu Willy Brandt, einem Mann, der, wie sie selbst sagt, schwer zu charakterisieren sei. Sie erlebte alles aus nächster Nähe: Die Anfänge der Bürgerinitiative, Wahlkämpfe und Skandale. Ihre Begeisterung für Politik wird mit jeder Zeile deutlich erfahrbar.

Zuletzt liest Bruhns einen Auszug aus ihrer Zeit in Israel, einer Zeit, so sollte man annehmen, die nicht viel zu lachen bot. Doch so lebendig, wie die Autorin ihre Eindrücke der Ostertage in Jerusalem schildert, können sich selbst die Zuhörer das Schmunzeln oft nicht verkneifen. Das Buch behandle aber auch den ständigen Konflikt zwischen Israel und Palästina, fügt Bruhns abschließend hinzu.

„Meine unfertigen Erinnerungen“: Die Frage, ob sie noch weitere Erlebnisse aufschreiben werde, kann Bruhns noch nicht beantworten. An Erinnerungen fehle es jedoch nicht.

Von Tina Evers

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