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Esther Horn zeigt neue Arbeiten in der Göttinger Galerie Ahlers

Großes Rätsel Esther Horn zeigt neue Arbeiten in der Göttinger Galerie Ahlers

Es sind zwei Menschen, soviel ist klar. Männer vermutlich, das lässt sich am Körperbau ablesen. Und sie scheinen zusammen zu gehören. Zumindest habe sie dieselbe Kleidung an, die an eine Art Arbeitskleidung oder Uniform erinnert. Der eine steht gebückt, der andere scheint nach irgendetwas seine Hand auszustrecken. Aber wonach? Was genau tun diese Menschen eigentlich? Und wer sind sie?

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„Ich weiß selbst nicht, was sie machen“: Ester Horns Kunst verselbständigt sich.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Ehrlich gesagt, mir selbst kommen diese Menschen rätselhaft vor. Ich weiß selbst nicht, was sie machen“, sagt Esther Horn.

Mit ihrem Bild „Let’s call it nature 3“ stellt die Künstlerin ein 160 mal 200 Zentimeter großes Rätsel in den Raum, für das es keine rechte Lösung gibt. Das mag unbefriedigend klingen, erzeugt aber einen besonderen Effekt: Ein Bild, das nie ganz verstanden wird, ist eines, das immer spannend bleibt.

Eine Auswahl von Horns Werken ist zur Zeit unter dem Titel ihrer Bilderserie „Let’s call it nature“ in der Galerie Ahlers zu sehen. Das Spiel mit dem Unbegreiflichen bildet dabei ein typisches Element in ihrer Kunst. Es beschränkt sich dabei nicht nur auf die Motive, sondern, und das ist der große Kniff, auch auf den Betrachter selbst.

So platziert die Künstlerin am Rand des schon beschriebenen Bildes violette Farbfelder. Der Idee nach handele es sich hierbei eigentlich um einen Blick aus dem Zelt, erzählt Horn. Das Violette sind somit eigentlich Stoffbahnen eines Zeltes. „Aber ich sträube mich dagegen zu sagen ‚Das ist ein Zelt‘. Die Dinge verselbständigen sich“, meint die Künstlerin.

Streng genommen ist das Leben ein großes Geheimnis

So lassen sich die Farbfelder aus Sicht des Betrachters auch als eine Art Vorhang sehen. Aber diese Lesart verändert die Bildaussage elementar. Das Zelt lässt das Geschehen irgendwo in der Natur abspielen, während ein Vorhang eine Art Bühne entstehen lässt.

Aber auch die Rolle des Betrachters verändert sich. Er könnte ein zufälliger Beobachter sein, oder aber jemand aus einem Publikum, dem eine gespielte Realität etwa in Form eines Theaterstückes vorgesetzt wird.

Horn greift Metaebenen auf und versammelt in ihren Bildern Bezüge aus unterschiedlichen Zeichensystemen. Mal bedient sie sich bei Konzepten der Fotografie, mal benutzt sie Symbole aus der antiken Mythologie. Manches erkennen wir wieder. Aber immer bleiben die Bilder die eine oder andere Antwort schuldig. „Streng genommen ist das Leben ein großes Geheimnis. Und so arbeite ich auch“, sagt die Künstlerin.

Bis 29. November dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 13 Uhr.

Von Daniela Lottmann

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