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Ethno-Rock mit Bazaar Mix im Göttinger Liveclub Nörgelbuff

Offen für alle Kulturen Ethno-Rock mit Bazaar Mix im Göttinger Liveclub Nörgelbuff

Ein weiteres Zeichen für die Vielfältigkeit der Göttinger Musikszene hat die Band Bazaar Mix im angenehm kühlen Kellerclub Nörgelbuff gegeben. Treibende Kräfte dieses Quintetts sind der iranische Gitarrist und Sänger Nasser Kargar und die Bassistin Barbara Graf-Grabow. Teils exotische Instrumente sind auf der Bühne zu sehen.

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Quelle: Archiv

Göttingen. Kargar greift zu einer dreisaitigen Setar, einem lautenähnlichen iranischen Instrument mit kleinem Korpus und schmalem Hals. Dieses Instrument sei schwierig zu spielen und zu stimmen, erklärt Kargar. So muss zu Beginn erst mal die richtige Abstimmung gefunden werden, um das akustische Instrument auch im Kontext der anderen Begleitung zu hören. Diese setzt sich aus den meditativen Akzenten von Wolfgang Kropp an Djembe und Congas, den vielfältigen, teils traditionellen afrikanischen Perkussionsinstrumenten von Rock Mensah und dem Schlagwerk von Christoph Dreßler zusammen. Die mit einem Fußpedal mitunter auch verzerrt modulierenden Klänge der Setar breiten sich auf einem dynamischen Perkussionsteppich aus, während Graf-Grabow und Dreßler für den rockigen Background verantwortlich zeichnen. Wenn Kargar dann zur E-Gitarre wechselt, entsteht ein faszinierend druckvoll perkussives Klangbild, das in der Ausrichtung und Zusammensetzung der Band ein wenig an die Frühphase von Santana erinnert.

 
Die Texte der Stücke singt Kargar auf Persisch. In einem Lied gegen Rassismus vereint sich sein teils klagender Gesang mit dem treibenden Rhythmus. Dabei fliegen Kropps Hände förmlich über Djembe und Congas. Afrikanische und lateinamerikanische Rhythmen werden spielerisch miteinander verbunden. Ganz lässig zaubert Rock Mensah passend zum jeweiligen Stück immer wieder neue Perkussionsinstrumente unter seinem Hocker hervor.

 
Seit anderthalb Jahren spielt die Gruppe in dieser Besetzung zusammen. Alle Musiker leben in Göttingen und Umgebung. So entstehen ihre Kompositionen in engem Zusammenwirken der einzelnen Bandmitglieder. Sie seien immer offen für Zugänge und alle Kulturen erläutert Graf-Grabow in der Pause zwischen den Sets. So kommt auch bei drei Stücken ein Überraschungsgast hinzu. Valeri Pachov ist eigentlich Mitglied des Göttinger Symphonie-Orchesters. Er steigt spontan mit ein. Seine beeindruckend homogenen Posauneneinlagen ohne vorherige Probe geben dem Ganzen einen jazzige Einschlag. Ein spannendes Gesamtkonzept.

Von Jörg Linnhoff

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