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Überraschende Wendungen

"Falsche Schlange" im Deutschen Theater Göttingen Überraschende Wendungen

„Es ist nur eine kleine Produktion“, sagt Erich Sidler, Intendant des Deutschen Theaters. „Falsche Schlange“ heißt das Drei-Frauen-Stück, das jetzt auf der Kellerbühne Premiere hatte. Alain Ayckbourn hat den Krimi geschrieben, Sidler ihn inszeniert. Auf der Bühne zu erleben: Gaby Dey, Angelika Fornell und Dorothée Neff.

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Starke Schauspielerinnen: Gaby Dey und Angelika Fornell.          

Quelle: Säckl

Göttingen. Ayckbourn, Jahrgang 1930, ist der wohl populärste britische Dramatiker. Mehr als 80 Bühnenstücke hat er bislang geschrieben und sich dabei immer wieder über Genre-Grenzen hinweggesetzt. Ein Beispiel dafür ist „Falsche Schlange“, das 2002 uraufgeführt wurde. Hier hat der Autor ein Stück für die Bühne herausgebracht, das eigentlich eher Fernsehformat hat.

Annabel kommt nach Jahrzehnten zurück auf das elterliche Anwesen. Als Teenager hatte sie es verlassen und war nach Australien gegangen. Ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben. Sie trifft ihre jüngere Schwester Miriam, die sich um den Vater bis zu seinem Tod gekümmert hat. Vorher allerdings passt Krankenschwester  Alice sie ab – mit einer hahnebüchenen Geschichte. Miriam soll den Vater der beiden Frauen umgebracht haben. Der allerdings habe vorher noch sein Testament zugunsten von Annabel geändert haben. Alice fordert viel Geld für ihr Schweigen.

Ayckbourn hat dieses Kammerspiel mit vielen überraschenden Wendungen ausgestattet. Hier ist nichts so, wie es scheint. Die Schwestern, hier die etwas mondäne, aber frisch gescheiterte Annabel, dort die etwas naive Miriam, die den Absprung nie geschafft hat, reiben sich aneinander. Beide offenbaren einander im Laufe des Abends ihre Verletzungen und die Wunden, die sie davon getragen haben. Ein bisschen Horror spielt schließlich hinein, Menschen bleiben auf der Strecke bei diesem Verwirrspiel.

Bühnenbildner Johannes Frei hat für diesen Dreikampf einen Käfig entworfen aus Maschendraht entworfen. Karg ist es auf dem Familienanwesen und ein wenig heruntergekommen. Vor allem Angelika Fornell als Annabel und Gaby Dey liefern sich hier eine Auseinandersetzung auf ganz hohem schauspielerischen Niveau. Hier spielt ganz viel Erfahrung. Die bringt Dorothée Neff, Jahrgang 1988, noch nicht mit. Doch sie schlägt sich wacker neben den Grandes Dames.

Sidler hat wie gewohnt sehr konzentriert inszeniert und dabei vor allem seinen Akteurinnen vertraut. Diese zu erleben, ist spannend – deutlich spannender als das Kriminalstück.

Die nächsten Vorstellungen: 4. und 21. Oktober auf der Kellerbühne des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

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