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Fastentuch der Künstlerin Lisa Huber bis Karfreitag in Bursfelde zu sehen

Wie für die Klosterkirche gemacht Fastentuch der Künstlerin Lisa Huber bis Karfreitag in Bursfelde zu sehen

Zur Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt, ist im Kloster Bursfelde ein gewaltiges, fünf mal sechs Meter großes Tuch der österreichischen Künstlerin Lisa Huber aufgehängt worden. Bis Karfreitag verhüllt es in der Ostkirche die Kreuzigungsgruppe

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Die Wiener Künstlerin Lisa Huber schmückt den Altar der Klosterkirche mit einem Fastentuch.

Quelle: Hinzmann

Bursfelde. Das Kloster greift eine 1000 Jahre alte Tradition auf. „Sie wird in meiner Heimat, in Kärnten, besonders gepflegt“, berichtet  die 55-jährige Künstlerin. An die 90 historische Fastentücher gibt es dort zu sehen. Sie zeigen biblische Szenen, auf die in den Fastenpredigten Bezug genommen wird.

An einem dieser Kärtener Kunstwerke, dem Fastentuch des Doms zu Gurk, orientiert sich Huber. Ihre Arbeit verfügt über sechs Reihen, sogenannte Register, mit jeweils fünf Bildern. Von den Menschen sind nur Füße und Hände zu sehen.  
 „Mit einem Gesicht ist alles gesagt“, erklärt die Künstlerin. Die Farben sind zurückhaltend. Die letzten beiden  Bildflächen hat sie leer gelassen. Sie stehen für das Jüngste Gericht. Da solle sich jeder sein eigenes Bild machen,  lautet Hubers Intention.

Huber hat das Tuch 1998/99 in Berlin geschaffen. Ein Jahr lang arbeitete sie an den Holzschnitten, mit denen sie die große, in einem Stück gewebte Leinwand Register für Register bedruckte. Seither ist das Tuch während der Fastenzeit an wechselnden Orten zu sehen. Es hing unter anderem in der Berliner Kirche am Hohenzollernplatz; in der von Karl-Friedrich Schinkel geschaffenen Kirche in Zittau, die über das größte Fastentuch der Welt verfügt; in Darmstadt und Gmünd.
„Kein Ort war jedoch so passend wie das Kloster Bursfelde“, meint Huber. Das Tuch passt mit seinen dezenten Erdfarben genau in die romanische Kirche. Dort gibt es keinen vergoldeten Barockaltar wie in Gmünd. Auch die Größenverhältnisse stimmen. „In den großen Kirchen in Zittau und Berlin wirkte mein Tuch wie eine Briefmarke“, so die Künstlerin.

Die Präsentation des Tuches beginnt am Mittwoch, 18. Februar, um 18 Uhr mit Musik von Christian Möller in der Klosterkirche bei Hann. Münden. Kunsthistorikerin Ellen Markgraf spricht zum Thema: „Entdecken durch Verhüllen – Fastentücher, vergessene Zeugnisse elementarer Spiritualität“. Anmeldung: Telefon 0 55 44 / 16 88 oder E-Mail info@kloster-bursfelde.de.

Von Michael Caspar

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