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Faszinierende Saitenspiele

14. Gitarrennacht Faszinierende Saitenspiele

Zum vierzehnten Mal luden Peter Funk und Herbert Wegener zur Gitarrennacht ins Alte Rathaus. Dazu haben sie mit dem Grandseigneur der deutschen Gitarrenszene Peter Finger und dem jungen Preisträger mehrerer internationaler Gitarrenwettbewerbe Sönke Meinen zwei hochkarätige Gäste gewinnen können.

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„Sie holen die Musik aus Chicago nach Göttingen“: Herbert Wegner und Peter Funk.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Die Gastgeber Funk & Wegener eröffnen den Abend mit einem Kurzauftritt. Ein Merkmal ihrer Musik ist die hierzulande eher seltener zu hörende Lapsteel-Gitarre, die auf den Knien liegend von Wegener mit einem Steelbar gespielt wird. Abwechslungsreich bewegen sie sich zwischen Blues, Ragtime-Arrangements oder alter englischer Ballade. „Sie holen die Musik aus Chicago nach Göttingen“, resümiert ein begeisterter Besucher aus Chicago nach ihrem Auftritt.

Der erst 25jährige Sönke Meinen ist in Ostfriesland geboren. Er hat bei renommierten Musikern an der Hochschule für Musik in Dresden studiert und ist Preisträger des „Open Strings Gitarrenwettbewerbs 2008“ und des „European Guitar Awards 2016“.

In seiner Musik verbindet er virtuosen Fingerstyle mit Einflüssen aus Jazz, klassischer Konzert- und Weltmusik. Dem Jazz-Arrangement und Opener „A night in Tunisia“ lässt er seine Komposition „On the run“ folgen. In dieser wechselt Meinen mit schnellen Anschlägen von rasantem Finger-Tapping zu ruhigen sehr melodischen Passagen.

In Göttingen würden Gitarristen nach Anzahl der Töne bezahlt, fügt Meinen scherzhaft an, und da hätte er sich jetzt einen Vorsprung herausgearbeitet. „Dawn Song“ ist eine dieser laut Medien „balladesken Melodien von traumhafter Schönheit“. Brasilianische Einflüsse hat er mit Egberto Gismontis Klavier-Stück „Frevo“ für Gitarre bearbeitet, der israelische Jazz-Bassist Avishai Cohen inspirierte ihn zu dem Stück „Avishai“. Meinen verabschiedet sich mit dem Titelstück seiner aktuellen CD „Perpetuum Mobile“ vom beeindruckten Publikum.

Peter Finger zählt zu den innovativsten Musikern der deutschen Gitarrenszene. Schon seit den siebziger Jahren genießt er weltweit einen herausragenden Ruf als Akustikgitarrist. Er ist Verleger, baut selbst Gitarren und betreibt ein eigenes Label. Für seine Kompositionen nimmt er sich nach eigener Aussage aus allen Stilen was ihm gefällt. Ein Aufenthalt in Brasilien hat ihn zu dem vieltönigen Stück „Summer in France“ inspiriert. Einmal im Jahr geht Finger mit vier Gitarristen unterschiedlicher Länder und Kontinente auf Tour. In „Crossing Routes“ vereint Finger Rhythmen dieser verschiedenen Kulturen.Mit dem schwindelerregenden „Getaway“, in dem seine Hände noch mal in atemberaubendem Tempo über die Saiten fliegen, beendet Finger unter großem Applaus einen Abend mit faszinierendem Saitenspiel.

Von Jörg Linnhoff

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