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Fechtszenen bei den Domfestspielen

Göttinger lehrt Schauspielern das Fechten Fechtszenen bei den Domfestspielen

„Die drei Musketiere“ kommen im Sommer bei den Gandersheimer Domfestspielen auf die Bühne. Festspielintendant Christian Doll hat den Göttinger Schauspieler und Choreografen Christian Ewald (45) unter Vertrag genommen, der dem Ensemble wichtige Grundlagen rund ums Fechten beibringt.

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„Gefährliche Liebschaften“: Bei der Musical-Aufführung im Jahr 2014 setzte Christian Ewald das Duell von Pascal Höwing als Danceny (links) und Dirk Schäfer als Vicomte de Valmont in Szene.

Quelle: Hillebrecht / Die Foto-Maus

Gandersheim. „Die drei Musketiere“ seien kein Neuland für Ewald, berichtet Florian Götz, Pressesprecher der Gandersheimer Domfestspiele. Vor elf Jahren übernahm Ewald für die Schauspielinszenierung auf Deutschlands größter überdachter Freilichtbühne in Ötigheim die Aufgabe des Co-Autors und Fechtchoreografen. Ewald betont, dass bei der Inszenierung der Musketiere nicht nur die sportliche Disziplin des Fechtens im Mittelpunkt stehe, sondern auch der Humor.

„Natürlich geht es immer um Alles, um Leben und Tod, aber gleichzeitig kommt es auch immer wieder zum Bruch, sei es durch eine Ungeschicklichkeit oder einfach durch den unkonventionellen Stil des jungen wilden D'Artagnan, der zwar unglaublich viel Talent mitbringt, aber zu Beginn des Stückes noch gar keine Lebens- und Kampferfahrung hat. Wenn einem der Spagat zwischen Lebensgefahr und Witz gelingt, werden die Duelle für den Choreografen, die Schauspieler, aber vor allem auch für das Publikum zu einem riesigen Spaß.“

Christian Ewald

Quelle: EF

In Hamburg arbeitete Ewald mit dem Fechtchoreografen Charlie Lang zusammen, der ihm Einblick in die Kunst des Bühnenfechtens verschaffte. „Genau wie in einer gut gebauten Geschichte unterliegt ein Fechtkampf im Theater einem eigenen Rhythmus, einer individuellen inneren Bewegung mit Beginn, Zenit und Ende“, so Ewald. „Wenn man von Anfang an eine feste Choreografie hat, besteht die Gefahr, dass das Gefecht schnell zur Routine wird und man den Schauspielern nicht mehr abnimmt, dass es gerade um Leben und Tod geht. Deshalb bringe ich den Schauspielern zunächst bei, frei miteinander zu kämpfen, wobei sie natürlich besonders gut aufeinander achten müssen“, schildert Ewald.

Er entdeckte das Fechten zu Beginn seiner Schauspielausbildung: „Irgendwann unter der Dusche kam mir die Idee: Wenn ich Schauspieler werden möchte, muss ich auch fechten können!“ In einem Verein ließ sich Ewald von einem britischen Sport-Offizier ausbilden. Durch diese Grundausbildung profitierte Ewald auch in der Schauspielschule. Bis heute hat Ewald zahlreiche Produktionen an Theatern choreografiert.

Neben seiner Tätigkeit als Schauspiel- und Fechtchoreograf war er 2013 Mitbegründer des „Göttinger Filmnetzwerk“ und veranstaltet das Kurzfilmfestival „Mach mal halblang!“. Nach der Musical-Uraufführung „Gefährliche Liebschaften“ in der Spielzeit 2014 choreografiert Ewald nun bei den Gandersheimer Domfestspielen zum zweiten Mal Fechtszenen. vl

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