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Felicitas Madl spricht über Wien, New York und wässrigen Salat

Telefonieren mit dem Fuß Felicitas Madl spricht über Wien, New York und wässrigen Salat

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen, dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor. Das Gespräch mit Felicitas Madl hat noch nicht begonnen, da lässt der Fotograf den Verschluss seiner Kamera rattern. Madl sinkt zu Boden. „Ah, Gott, erschossen“.

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Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Schauspielerin ist eben eine, die offensiv mit ihrer Lust am Bühnenspiel umgeht. In Wien ist sie geboren, dort hat sie auch ihre Ballettausbildung absolviert. Das Besondere an der Stadt? „Alles geht ganz langsam“, sagt Madl, „keine Hektik, ganz gemächlich. Passt schon“ – der Leitspruch. Kioske machten einen Teil von Wien aus, erzählt sie. Sie seien immer offen, und es gibt Zigaretten.

Doch eigentlich sei sie eher eine Caféhaus-Gängerin. „Die Kellner sind zwar unfreundlich, aber sie lassen einen in Ruhe.“ Apfelstrudel isst sie dann, dazu einen kleinen Braunen, ein einfacher Mokka in Weiß.

Vier Jahre lang war sie anschließend in Nürnberg als Tänzerin engagiert, bevor sie beschloss, Schauspielerin zu werden. An der renommierten Universität der Künste in Berlin absolvierte sie die Ausbildung, „eine ganz tolle Zeit. Ich liebe Berlin, die Stadt ist viel offener als Wien.“ Die Hauptstadt Österreichs werde „regiert von verhärmten Leuten in der U-Bahn“. Und dann schwärmt sie von New York.

„Mein Freund lebt in der Stadt, deswegen bin ich manchmal dort“, gerade erst im Sommer einen Monat lang. Tropisch heiß sei es dort gewesen, sagt Madl. Ganz toll sei das Leben dort, aber auch ganz hart.

Jemand, der als Tänzerin in einem Ensemble engagiert war, sollte auch an den Zustand seines Körpers denken. Was also tut Madl für ihre Fitness? „Nichts“, sagt Madl, lacht und führt ihre Spezialität vor: mit dem Fuß telefonieren. Knochenbrecherisch sieht es aus, als sich ihr Fuß dem Ohr ganz dicht nähert.

Vor den Vorstellungen manchen leitet Madl das Aufwärmtraining, „wenn Valenti nicht da ist“, der Tänzer und Choreograph Rocamora i Torà. Madl: „Man lernt das Leiten einer Gruppe.“ Was macht sie unmittelbar vor einer Premiere? „Ich sterbe“, erklärt Madl, ihr Lampenfieber sei schrecklich. Und nach der Premiere? „Am liebsten verstecken. Ich traue mich kaum rauszugehen zu den Feiern.“

Bevorzugt sie eher Salat oder eher Schweinshaxe? „Wässrigen Salat“, sagt sie und lacht noch mehr. „Das kann ich nämlich spielen.“ Spaß beiseite. „Ich koche gerne und esse alles, was mit Liebe selbst zubereitet ist.“

©Pförtner

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