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Fest der Sinne und Rhythmen

Carmen Souza im Apex Fest der Sinne und Rhythmen

Mit siebzehn Jahren wurde Carmen Souza von dem in Portugal sehr populären Bassisten Theo Pascal entdeckt, der sie bis heute musikalisch begleitet. „Creology“ heißt ihr aktuelles Album, das sie und ihre Band mit großer Spielfreude auf der Kulturbühne im Apex präsentierten.

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Mit großer Spielfreude: Carmen Souza.foto: Linnhoff

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Göttingen. Mit siebzehn Jahren wurde Carmen Souza von dem in Portugal sehr populären Bassisten Theo Pascal entdeckt, der sie bis heute musikalisch begleitet. „Creology“ heißt ihr aktuelles Album, das sie und ihre Band mit großer Spielfreude auf der Kulturbühne im Apex präsentierten.

Auf dem Album setzt sich Souza mit der kreolischen Musikkultur und deren Entstehungsgeschichte auseinander. Geboren in Lissabon liegen ihre familiären Wurzeln auf den kapverdischen Inseln. Ihre Musik ist stark von der heimischen Folklore und dem Jazz beeinflusst. Aber auch die Melancholie des portugiesischen Fado, den sie in ihrer Kindheit in Lissabon kennengelernt hat, sowie afrikanische wie auch brasilianische Folklore, Blues und Soul haben sie maßgeblich geprägt.

Mit einem strahlenden Lächeln betritt Souza die Bühne des bis auf den letzten Platz besetzten Apex. Begleitet wird sie von Pascal und dem aus Mosambik stammenden Schlagzeuger Elias Kakomandis.

Eine Reise in verschieden Länder, Kulturen und deren musikalische Vielfalt kündigt die Sängerin und Gitarristin an. „Ponta De Argia“ zeigt lautmalerisch gleich zu Beginn, was die Besucher erwartet. Über verspielten Rhythmen mit plötzlichen Tempiwechseln improvisiert Souza mal hoch, fast kieksend, dann wieder mit brüchig, dunkler Stimme. Dazu liefern ihre Mitmusiker ein faszinierend abwechslungsreiches, druckvolles und stets rhythmisches Fundament.

Herrlich, wie Souza immer wieder mit ihrer Stimme und Mimik spielt. Das ist Lebens- und Spielfreude pur, die das ganze Trio versprüht. Wunderbar deutlich wird dies in ihrer sehr eigenen humorvollen Version der „Moonlight Serenade“, der sie ein ganz anderes Tempo verordnen.

Zu „Afri Ká“ fordert sie die Besucher zum Tanzen auf. So wird das Stück zu einem langandauernden Abschlussfest der Sinne und Rhythmen. Danach lässt sie in „Xinxiroti“ noch sinnbildlich einen Vogel davonfliegen, der immer vor ihrem Fenster saß und etwas von ihr mitnahm, als er endgültig verschwand.

Nach langanhaltendem Applaus ist auch in den Gesichtern der Besucher dieses Lächeln zu sehen, das Souza mit ihrer Band an diesem Abend in das Apex getragen hat.

Von Jörg Linnhoff

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