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Festspielorchester wird Göttinger Markenartikel

Galakonzert Festspielorchester wird Göttinger Markenartikel

Im Galakonzert der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen präsentierten sich das Festspielorchester Göttingen, der Norddeutsche Figuralchor und drei Gesangssolisten in der Stadthalle: Barockmusik auf Weltklasse-Niveau.

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Exzellente Klangkörper: Festspielorchester Göttingen und Norddeutscher Figuralchor unter der Leitung von Nicholas McGegan.

Quelle: EL

Was für eine Kantilene! Im zweiten Satz von Händels Concerto grosse op. 3 Nr. 2 darf die Oboe singen, als sei sie ein Opernsopran. Peter Frankenberg, erster Oboist im Festspielorchester Göttingen, nutzte die Gelegenheit, seine Hörer zu betören. Einschmeichelnd, zärtlich, zierlich und sanft ist sein Ton. Er entfaltet sich über einem ausgesprochen edlen Tuttiklang, den Dirigent Nicholas McGegan mit diesem exquisiten Klangkörper von Jahr zu Jahr immer differenzierter und ausgewogener geformt hat.

Dass die Mitglieder dieses Orchesters verschiedenen Ensembles weltweit angehören und „nur“ in der Göttinger Festspielzeit zusammenarbeiten, ist kein Anlass zu musikalischer Beliebigkeit. Im Gegenteil: Dieses Orchester ist mittlerweile ein Göttinger Markenartikel geworden.

Ihre Kunst zeigten die Musiker, mit perfekten Blechbläsern verstärkt, in der Suite aus der „Wassermusik“ ebenso wie im instrumentalen Begleitpart für zwei Arien aus „Athalia“ und ein Duett aus „L’Allegro, il Penseroro ed il Moderato“. 

Milde und Sanftmut

Hier konnte die Sopranistin Dominique Labelle ihre ungemein virtuose Kehlfertigkeit in einer Rachearie unter Beweis stellen – etwas mehr Schärfe hätte diese Arie vom Affekt her vetragen, doch das wiederum entspricht nicht Labelles Stimmtyp. Dafür waren – ähnlich wie das Oboensolo zu Anfang – die zweite Arie des sehr flexiblen, warm timbrierten Tenors Thomas Cooley und das Duett wunderbare, bewegend gestaltete Beispiele für Milde und Sanftmut. 

Zwei Raritäten waren nach der Pause zu erleben: der „Burial Service“ (eine Trauergottesdienst-Musik) des HändelZeitgenossen William Croft und die „Ode to the memory of Mr. Handel“ von William Hayes, einem in Oxford wirkenden Komponisten des 18. Jahrhunderts. Sehr schlicht ist Crofts Werk, nur mit Chor und Orgel besetzt, nirgends  sentimental, nirgends frömmelnd. Hier konnte sich der fein ausgewogene Stimmklang des Norddeutschen Figuralchores unter der Leitung von Jörg Straube herrlich entfalten. Hayes’ Ode, eine handwerklich saubere, geradlinige Komposition, wurde in der uneitlen, musikalisch stets nach vorn weisenden Wiedergabe durch Festspielorchester, Figuralchor und die Solisten – neben Dominique Labelle der stimmkräftige Tebor Colin Ainsworth – zu einem finalen Glanzstück. Die Zugabe: Händels „Halleluja“.

Von Michael Schäfer

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Sehr kultiviert: Helsinki Baroque Orchestra

Das erste Händel-Festspiel-Wochenende in Göttingen war prall gefüllt mit Konzerten, Open-Air-Veranstaltungen und Lesungen: ein verheißungsvoller Auftakt für die kommenden Tage. Bis Mittwoch, 3. Juni, stehen insgesamt 96 Veranstaltungen auf dem Programm.

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„Sing along“ und JSO

Wenn Händel jemanden musikalisch jubilieren lässt, verlangt er von ihm eine Menge. Das gilt auch für sein „Utrechter Jubilate“, mit der der Sing-along-Chor unter der Leitung von Nicholas MacGegan das Konzert am Freitag, 22. Mai,  in der Johanniskirche eröffnete. 

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