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Feuerwerksmusik mit Knalleffekt

Händel-Festspiele Feuerwerksmusik mit Knalleffekt

Sonst treiben sich Narren eher in Shakespeare-Stücken herum. Aber warum nicht einmal Barockmusik mit Clownerie? „Hofnarr – Musik für Könige“ war das Motto des Konzerts am Donnerstag mit dem Ensemble Musica Alta Ripa und Clown Bulipp (Philip Johnson) im Hardenberg Atrium.

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„Musik für Könige“ mit Musica Alta Ripa und Clown Bulipp.

Quelle: Pförtner

Nörten-Hardenberg. Ein englisch zentriertes Programm hatte das 1984 gegründete Ensemble zusammengestellt: mit Schwerpunkt auf Händel und Purcell sowie Ausflügen zu William Boyce, William Babell, dem Italiener Agostino Steffani und ins 20. Jahrhundert mit Musik von Benjamin Britten. Kern von Musica Alta Ripa sind Violinen, Blockflöte und Basso continuo, hier und da ergänzt von Viola, Trompeten und Schlagwerk.

Das alles wird kultiviert und temperamentvoll vorgetragen, mit erkennbarem Spaß am Spiel. Der virtuose Hochglanz freilich, wie ihn etwa das Festspiel-Quartett Göttingen mitbringt, wirkt bei diesem in Hannover beheimateten Ensemble ein wenig matter. Nicht alles gelang perfekt, ja selbst das auf besonderen Triller-Prunk angelegte Cembalo-Solo „Lascia qu’io pianga“ (arrangiert von Babell) klang nicht gerade strahlend.

Doch Dank sei dem Narren: Bulipp machte daraus ein ausgesprochen fröhliches Ereignis. Er mischte sich nicht ständig, sondern nur ab und zu ins musikalische Geschehen, gab etwa mit bunten Fahnen den Bläsern ihre Einsätze, tanzte graziös zu Menuetten, pflegte Kontakt mit dem Publikum, ja er forderte sogar eine sichtlich glückliche ältere Göttingerin zum Tanz auf. Zwischendurch ließ er an einem elastischen Stab einen Schmetterling über den Köpfen des Publikums flattern – und bemühte sich vergebens, das gaukelnde Wesen mit einem großen weißen Netz einzufangen.

Das alles machte er ohne Worte als stummer Clown. Die Narrenkappe war ersetzt durch die zu entsprechenden Zipfeln gegelten Haare. Den Knalleffekt hatte sich Bulipp für den Schluss aufgespart. Zum ersten Menuett aus Händels „Feuerwerksmusik“ zündete er ein Mini-Tischfeuerwerk. Zum zweiten Menuett gab’s einen knallenden Funkenstrahl, nach dem lauter bunte Metallfolienbändchen über die begeisterten Zuhörer regneten. Viele von ihnen nahmen sie als Andenken mit auf den Heimweg.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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