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Figurentheatertage: Familie Flöz mit „Infinita“ in Göttingen

Spiel des Lebens mit Masken Figurentheatertage: Familie Flöz mit „Infinita“ in Göttingen

Ein Mann in Schwarz macht Handstand auf dem Rollstuhl: Ein überraschenderes Bild für den Tod ist kaum denkbar. Die Familie Flöz hat es für „Infinita“ gefunden.  Bei den Figurentheatertagen führte die internationale Gruppe aus Berlin die Co-Produktion mit dem Admiralspalast Berlin, dem Theaterhaus Stuttgart und La Strada Graz im ausverkauften Deutschen Theater auf - und bekam dafür begeisterten Applaus.

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Mit Masken und ohne Sprache: Szene aus „Infinita“ von Familie Flöz im Deutschen Theater.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Darsteller Björn Leese, Benjamin Reber, Hajo Schüler und Michael Vogel zeigen mit ihrem Maskentheater den Lauf des Lebens in starken, sehr körperlichen Bildern.

Der Zuschauerraum füllt sich, auf der Bühne  ist ein Schattenspiel  mit Friedhofsszenen  auf einer Leinwand  zu sehen. Zur  Beerdigung   kommen immer mehr Menschen. Ein Mann im Rollstuhl legt eine Rose aufs Grab. Sprung in die Kindheit: Ein Baby sitzt im Laufstall. Es macht Spaß, seine Gehversuche zu verfolgen. Im Streit um eine Puppe mit anderen kleinen Kindern lernt das Baby laufen. Solchen Streit gibt es später auch – im Alter.

Es ist Traumtheater pur, das Michael Vogel und Hajo Schüler  im Jahr 2006 für die Zuschauer erfunden haben. Mit den Masken von Schülern können die vier Darsteller die Jahre durchschreiten und flugs in verschiedene Rollen schlüpfen. Schattenspielartige Videoeinspielungen leiten von einer Szene in die nächste. Immer wieder wechselt Komik mit besinnlichen Momenten. Ein Höhepunkt ist das Spiel mit dem Ball. Aufgehoben wird dabei neben Raum und Zeit auch die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum.

  Die Familie Flöz ist ein internationaler Pool aus Theaterschaffenden mit Basis in Berlin seit fast 15 Jahren. Die Truppe ist hervorgegangen aus dem Studiengang Pantomime, heute „Physical Theatre“ an der Folkwang-Hochschule Essen. In den 1990er Jahren wurde sie von Hajo Schüler und Michael Vogel gegründet. International bekannt und vielfach ausgezeichnet wurde Familie Flöz für ihre komödiantischen und poetischen, fast immer non-verbalen Theaterstücke mit Masken. 2006 eröffnete die Crew das Studio im restaurierten Admiralpalast in der Berliner Friedrichstrasse.

„Guten Abend, gute Nacht“ spielt der Pianist „Pechstein“ zum Schluss des Spiels vom Leben. Danach legen die Männer im weißen Anzug zum Applaus fast noch eine Zugabe drauf: Mit ihren Stöcken „hauen sie richtig auf den Putz“ und spielen ein rhythmisches Finale. Das Publikum will sie nicht gehen lassen.

figurentheatertage.goettingen.de

Von Ute Lawrenz

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