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Deutsches Theater: "Im weißen Rössl" Flockiger Zugang

Im Mai haben die Gesangsproben für die Produktion „Im weißen Rössl“ begonnen, mit der das Deutsche Theater (DT) am Sonnabend, 10. September, in die neue Spielzeit startet. Regie führt Tobias Bonn von den Geschwistern Pfister, die musikalische Leitung hat Michael Frei übernommen.

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Michael Frei am Klavier

Quelle: Peter Heller

Göttingen. „Ich kann mich an den Schattberg erinnern“, sagt Frei. Er sei als Kind mit seinen Eltern im Urlaub ins Salzkammergut gefahren. Das ist die Gegend, in der dieses Singspiel von Hans Müller und Erik Charell mit Musik von Ralph Benatzky und Gesangstexten von Robert Gilbert spielt. Dort trifft die preußische Berliner Schnauze der Piefkes auf den legendären Schmäh des austriakischen Hotel-Personals. Der frühe Probenstart sei allerdings eine logistische Herausforderung gewesen, berichtet frei. Denn nebenher lief ja noch das Schauspiel.

Die Fassung, die Bonn jetzt mit dem DT-Ensemble probt, hat er für Schauspieler geschrieben, also nicht für gelernte Sänger. „Musikalische Produktionen sind immer eine Herausforderung für Schauspieler“, sagt Frei, der aber auch sagt, das er es reizvoll findet, wenn Schauspieler singen. Das bringe eine andere Sicht auf die Lieder. Seine Einschätzung der Fähigkeiten seines Personals: „Die, die dabei sind, meistern das gut.“ Zudem seien beim Rössl schauspielerische Fähigkeiten wichtig. „Mit Opernsängern ist das manchmal schwer zu ertragen.“ Doch gerade im vergleich mit anderen Häusern könne er sagen: „Ein Ensemble, das musikalisch so breit aufgestellt ist, ist schon toll.“

Das „Rössl“ hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Neben Brechts Dreigroschenoper sei es das herausragende Stück der 1920er-Jahre gewesen, erläutert Frei. Allein rund 200 Musiker hätten bei den Vorstellungen damals mitgewirkt. In den 1950er-Jahren sei es in die Heimatfilmecke abgedriftet. Jetzt gelte es, die satirische Seite, die Ironie wiederzuentdecken.

Auch bei der Göttinger Produktion wird es Live-Musik geben, auch wenn das Orchester natürlich deutlich geschrumpft ist. Doch das Wesentliche sei geblieben, sagt Frei: ein Streichquartett, „mit einem Schmelz, der den Schlagern gut tut, und eine Rhythmusgruppe für den festen Zugriff.“ Frei: „Unsere Aufgaben sind es, einen flockigen Zugang zu finden und die Bräsigkeit der 1950er-Jahre zu vermeiden.“

Premiere ist am Sonnabend, 10. September, um 19.45 Uhr im Großen Haus des Deutschen Theaters. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

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