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Seth Lakemann im ausverkauften Apex

Konzert Seth Lakemann im ausverkauften Apex

Bands wie Fairport Convention, Lindisfarne oder Steeleye Span haben die britische Folk-Rock Szene über viele Jahre auf ihre ganz individuelle Art geprägt. Seth Lakeman präsentierte nun in deren Fahrwasser zeitgenössischen Indiependent-Folk mit seinem aktuellen Album „Word of Mouth” im Apex.

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Seth Lakemann im ausverkauften Apex in Göttingen

Quelle: CH

Göttingen. Der 39-jährige Lakeman hat schon mit Künstlern wie Tori Amos, Billy Bragg oder Jethro Tull auf der Bühne gestanden und zählt zu den wegweisenden Pionieren der nach wie vor blühenden britischen Folkszene. Lakeman eilt der Ruf voraus, mitreißende Live-Performances zu geben. Die Voraussetzungen sind gut an diesem Abend. Das Apex ist ausverkauft.

Für "Word Of Mouth" hat er sich auf die Spur mündlicher Überlieferungen, alter Geschichten und unbekannter Helden seiner Heimat Devon und Cornwall begeben und damit in seinen Texten die alte und ureigene Tradition von Folk weitergeführt. Dazu hat er Gespräche mit Eisenbahn- und Dockarbeitern, Gewerkschaftern und Kriegsveteranen geführt. Schon auf dem Vorgängeralbum "Tales From The Barrel House" beschäftigte sich Lakeman intensiv mit den Arbeiterwurzeln seiner Heimat.

Stücke dieser beiden Alben, wie auch Traditionals, die er wieder ausgegraben hat, sind Schwerpunkt seines Auftritts im Apex. Lakeman schildert in seiner Moderation immer wieder die Hintergründe zu den einzelnen Songs wie „Blacksmith's Prayer“, „Each Man“ oder „King & Country“, eine Ballade, die seinem verstorbenen Großvater gewidmet ist.

Lakeman ist ein Geschichtenerzähler und die ernsten Inhalte seiner Songs sind ihm wichtig. Dabei begleitet er sich im Wechsel mal an der Violine oder der akustischen Gitarre. Viele der Lieder versprühen eine gewisse Dramatik, unterstützt durch seine energische, etwas gepresste Stimme, sphärische Sounds und dunkle Drums, die Lakeman über seine Pedalstation und Beatbox unterlegt. Mit seinen rhythmisch angelegten treibenden Gitarren- und Geigen-Riffs versucht er das sitzende Publikum zu bewegen. Zu einigen Balladen begibt er sich an den Bühnenrand und singt diese ohne Mikrofonverstärkung. Eine kleine Fangemeinde unter den Besuchern kennt die Texte und singt leise mit. Doch so sehr Lakeman sich auch bemüht, richtig will der Funke an diesem Abend nicht überspringen.

Erst das letzte Stück „Kitty Jay“ ist der Eisbrecher, unterstützt vom rhythmischen Klatschen des Publikums und lautstarkem Applaus im Anschluss. „Raise your glass to the one you love“ schafft dann doch noch einen stimmungsvollen Abschluss, gefolgt von einer etwas schrägen Fassung von Bob Dylans „Blowin´ in the wind“.

Von Jörg Linnhoff

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