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„Forever 27 Club“: Junges Theater Göttingen wagt sich an die Big Five

Cry Baby „Forever 27 Club“: Junges Theater Göttingen wagt sich an die Big Five

Mehr als 30 Musiker gehören zum Club derer, die für immer 27 bleiben werden. Das bleiben sie, weil sie alle Musiker waren und im Alter von 27 Jahren starben. In diesem Club finden sich weniger berühmte, aber auch einige glamouröse Sänger und Instrumentalisten.

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Legende der Hippie-Generation: die Sängerin Janis Joplin (Linda Elsner).

Quelle: Heise

Göttingen. Die Big Five sind Brian Jones (gestorben 1969), Jimi Hendrix (gestorben 1970) Janis Joplin (gestorben 1970), Jim Morrison (gestorben 1971) und Kurt Cobain  (gestorben 1994). Die Akteure des Jungen Theaters um den Musiker und Regisseur Jörg Martin Wagner haben für ihre Produktion „Forever 27 Club“, Brian Jones aus dem Club geworfen und dafür Amy Winehouse (gestorben 2011) aufgenommen. Die Premiere der Ensemble-Produktion, die ein Musikspektakel werden sollte, ging am Sonnabend vor ausverkauftem Haus über die Bühne.

Sie hatten vieles gemeinsam, nicht nur den frühen Tod. Sie waren voll brodelnder Kreativität und hatten bahnbrechenden Einfluss auf die Rockmusik. Sie lebten exzessiv, warfen ein, was auf dem Drogenmarkt verfügbar war. Sie zweifelten am Leben und verzweifelten daran.

Hendrix revolutionierte den Einsatz er E-Gitarre, Joplin war eine Ikone der Hippie-Szene. Morrisson, der Teufel in Engelsgestalt, wie ihn Zeitgenossen beschrieben, war mit seiner Band „The Doors“ einflussreich in den 60er-Jahren. Cobain schenkte der U-Musik etwas sehr Neues, den Grunge, und Amy Winehouse war mit einer ganz großen Stimme gesegnet.

Sie alle haben große Fußspuren in der Geschichte der E-Musik hinterlassen. Sie zu füllen, ist kaum zu leisten. Und das ist nur eines der Probleme, an denen die JT-Produktion schwer zu beißen hat. Meisterwerke und Biographien dieser musikalischen Heroen wollten sie lebendig werden lassen. Ein großes Ziel, ein übergroßes.

Eigens für die Inszenierung zusammengestellt

Weil der kleine Jimi in der Schule statt mit einer Gitarre nur mit einem Besen hantieren kann, macht sich eine Sozialarbeiterin dafür stark, dass er eine Instrument bekommt. Im Haus seiner Eltern wird wild gezecht, seine Mutter, eine Alkoholikerin, stirbtan einem Riss der Milz. Und Cobain wird ohnmächtig, während seine Freundin das gemeinsame Kind gebar.

Solcher Art sind die Annäherungsversuche des JT-Produktionsteams an die Biographien der Musiklegenden – ein bisschen anekdotisch, etwas dünn, oft nur wenig erhellend. Drogenkonsum ist auch ein großes Thema des Abends – und die Wut an der Welt. Doch kommt man dem nicht wirklich auf die Spur.

Am souveränsten agiert die Band, die eigens für die Inszenierung zusammengestellt wurde: Oliver Neun (Keyboards), Marius Prill (Gitarre), Sven von Samson (Drums) und Sebastian Strzys (Bass). Das Ensemble müht sich redlich, musikalisch mitzuhalten. Karsten Zinser kommt Kurt Cobain recht nahe, und Linda Elsners Stimmkraft reicht für vereinzelte Glanzlichter. Regisseur Wagner hatte im Vorfeld erklärt, jeder könne singen. Entscheidend sei, die Schauspieler dabei an ihre Grenzen zu bringen. Die allerdings sind bei dem einen oder anderen schnell erreicht.

Den Abend eröffnet „Cry Baby“ von Janis Joplin, mit einem weiteren Lied von ihr endet er auch. Das komplette Ensemble singt „Mercedes Benz“. Im Chor funktioniert das deutlich besser.

Weitere Vorstellungen: 12., 21. und 26. Februar um 20 Uhr sowie am 3. Februar um 22 Uhr im Jungen Theater, Hospitalstraße 6. Kartentelefon: 05 51 / 49 50 15.

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