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Fotoausstellung von Johannes Kersting im Göttinger Künstlerhaus

Liebe zur Farbe Fotoausstellung von Johannes Kersting im Göttinger Künstlerhaus

Das sollen Fotos sein? Auf den ersten und vielleicht auch zweiten Blick sehen die Arbeiten, die Johannes Kersting in der Reihe der Kunstsequenzen im Weißen Saal des Künstlerhauses zeigt, nicht nach dem Produkt der Arbeit mit einer Kamera aus. Sind sie aber.

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Ein Fotograf und die Architektur: Johannes Kerstin in seiner Ausstellung.

Quelle: Heller

Göttingen. Das bestätigte zur Eröffnung am Donnerstagabend Patrick Ruckdeschel, ein Weggefährte Kerstings. Sie hätten vor 14 Jahren schon zusammen die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule in Nürnberg überstanden, erzählte der Medienwissenschaftler vergnügt: „Ich bin sein Fan der ersten Viertelstunde.“

 
Kersting zeigt eine Serie mit Bildern, die Ausschnitte von Architektur zeigen. Er fertigt diese Bilder nach Fotografien an, er druckt sie mit dem Plotter, ein hochwertiger Drucker mit weitaus mehr Farbmöglichkeiten, als sie haushaltsübliche Geräte besitzen. Er druckt auf dünnen Aluverbundplatten oder auch dickeren Kunststoffblöcken. Kersting dokumentiere die Wirklichkeit, erklärte Ruckdeschel, doch er konstruiere auch, nämlich die Wirklichkeit in der Aufnahme.

 
Nie zeigt der Fotograf den Kontext, so dass die Motive nicht zu verorten sind. „Es fehlen die Bezüge, damit wird es hochgradig abstrakt“, sagte Ruckdeschel.  Nur hier und da lassen Details Rückschlüsse zu, beispielsweise, wenn ein Vogel am Dachrand eines Gebäudes sitzt. Solche Beigaben „geben den Bildern Proportion. Der Vogel hält das Bild in der Waage.“

 
„Chromophilie“, also „Liebe zur Farbe“ hat er die Ausstellung genannt und genau das springt auch sofort ins Auge. Grelle Farbigkeit rückt die Werke noch näher an die Abstraktion, als es die Ausschnittwahl des Fotografen eh schon tut. Doch die Farben hat Kersting in der Realität gefunden. „Wir bauen eine synthetische Umwelt. Und du hältst das fest“, sagt Ruckdeschel. Ein Bild in der Ausstellung ist tatsächlich nicht fotografiert, sondern am Computer entworfen. Ein auf der Spitze stehendes Quadrat. Kersting verrät das ohne Umstände. Geheimniskrämerei ist seine Sache nicht.

 
Bis Sonntag, 28. Juni, dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 17 Uhr im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1. Johannes Kersting kommt am Sonntag, 21. Juni, um 15 Uhr zu einem Künstlergespräch in seine Ausstellung.

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