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Fotografien von Gisoo Kim im Göttinger Künstlerhaus

Ausstellungsreihe „Kunstsequenzen“: Fotografien von Gisoo Kim im Göttinger Künstlerhaus

Die Ausstellungsreihe „Kunstsequenzen“ im Künstlerhaus widmet sich in diesem Jahr der Fotografie. Die vierte und letzte Folge ist jetzt eröffnet worden. Im Weißen Saal sind Werke von Gisoo Kim zu sehen.

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Macht mit Nadel und Faden einen Unterschied: Gisoo Kim.    

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Ein Junge sitzt auf einer Tischtennisplatte. Die Beine baumeln herab. Der Oberkörper ist kaum erkennbar. Weiße und blaue Linien, die die Bildmitte überqueren, liegen darüber. Sie scheinen gleichsam Bewegung und Geschwindigkeit in den mit der Kamera fixierten Moment zu bringen. Die Linien sind in das Bild eingestickt. „bestickend“ lautet auch der Titel der Ausstellung.

Menschen sind auf Kims Collagen kaum zu sehen. Zumeist sind es Landschaften und Natur. Ein Abbild von Natur. Wolken, Wasser, Berge, Horizonte. In einigen Fotos sind Farbflächen und abstrakte Gebilde eingestickt. Hier scheinen Gespinste durch Luft und Landschaft zu fliegen, dort über dem Bildmotiv zu stehen. Einige Fotografien in hoher Auflösung lassen Farbpixel erkennen, Schattenflächen entstehen.

Was mitunter auf den ersten Blick wie eine Landschaft, ein Motiv erscheint, ist zusammengefügt. Fragmente von Motiven sind in Kims Collagen genau aneinander gefügt. In einem Bild stehen Himmel und Erde Kopf, in einem anderen öffnet sich der Horizont ganz weit. Bäume und Berge sind in eine Collage mit Nadel und Faden hineingemalt. Neue künstliche Naturräume und Bildwelten werden geschaffen. Die alte Handwerkstechnik des Stickens und Nähens wird eingefügt.

„Während die Fotografie den Moment statisch macht, ist es den Arbeiten mit Nadel und Faden zu verdanken, dass die Bewegung und das Fließen zum Thema werden“, erklärte Anja Marrack. Fundiert und anschaulich erläuterte die Kunsthistorikerin in ihrer Eröffnungsrede die Arbeiten der aus Korea stammenden und in Essen lebenden Künstlerin in dem Dreierschritt Fotografie, Collage und Stickerei.

Nach der fotografischen Lichteinprägung und der collagenhaften Überlagerung greife Kim, die Bildhauerei studiert hat, zu Nadel und Faden. Schwerelos ziehe sie eine Linie, „um eine Form zu finden, indem sie den Hintergrund ausgrenzt“ und so einen Unterschied mache. Am Anfang der Linien stehe immer eine Verletzung des Grundes. Ganz fein werde die Bildoberfläche mit Nadel und Faden durchbrochen. „Die individuelle Handschrift wird sichtbar gemacht. Damit verweist diese Form des Eingriffs auf die Urheberin des Werkes selbst“, so Marrack.

Bis Sonnabend, 2. August, dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 16 Uhr im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1. Am Sonntag, 18. Juli, um 15 Uhr kommt die Gisoo Kim zu einem Künstlergespräch.

Von Karola Hoffmann

Kunstsequenzen 2016 - Bewerbungsfrist läuft
Auch die Kunstsequenzen im kommenden Jahr sollen Fotografie zum Thema haben. Vier Ausstellungen im Weißen Saal des Künstlerhauses sollen an Künstler aus der Region vergeben werden, die sich mit Fotografie beschäftigen.  Bewerbungen können bis Mittwoch, 15. Juli, mit Vita und Bildmaterial unter dem Stichwort „Kunstsequenzen Fotografie“ geschickt werden an: Künstlerhaus, Gotmarstraße 1, 37073 Göttingen.           pek
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