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"Bella Italia" im Leinebergland

Fredener Musiktage "Bella Italia" im Leinebergland

Zum „Dolce Vita im Leinebergland“ lud am Sonnabend in der Zehntscheune Aline Faass, die neue Vorsitzende des Trägervereins der Fredener Musiktage, die in diesem Jahr unter dem Motto „Bella Italia“ stehen. Dafür sorgte das Eröffnungskonzert: ein abwechslungsreiches Programm italienischer Barockmusik mit dem Ensemble „Combattimento Amsterdam“.

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Eine launige Vivaldi-Sinfonie bildete den Übergang zum Finale.

Quelle: Schäfer

Freden. Neun niederländische Musiker bilden das Ensemble. Ihr Musizierstil ist das Gegenteil von akademisch. Sie würzen ihr Spiel mit bewusst rauen Tönen, gehen nirgends auf Nummer sicher, sondern stürmen so los, wie es der Geist der Musik verlangt.

Was das Instrumentarium angeht, ist Combattimento überhaupt nicht pingelig. Selbstverständlich kann man auf historischen Instrumenten und mit barocken Bögen wunderbare Barockmusik spielen. Doch wenn man den Geist der Musik begriffen hat, kann man dies – mit gewissen Abstrichen, was den Klang angeht – auch auf modernen Instrumenten tun. Um sein Publikum in Begeisterung zu versetzen, muss man nicht unbedingt Darmsaiten aufziehen.

Mit der Ouvertüre zu „Orlando generoso“ von Agostino Steffani eröffneten die Musiker den Abend: leichtfüßig, tänzerisch, ganz luftig. Eine Premiere folgte: die Cembalosonate „Quattri stagioni dell’Anno“ von Francesco Durante, für Streichorchester bearbeitet von Pieter Dierksen, dem Cembalisten des Ensembles. Das war – im Vorgriff auf Vivaldis „Jahreszeiten“ – eine wunderschön bildhafte Musik mit einem versteckten Pergolesi-Zitat im dritten (Herbst-)Satz und heftigen Winterstürmen im Finale. Dass Alessandro Marcellos Oboenkonzert auch auf einer Oboe des 21. Jahrhunderts anmutig und lieblich klingt, bewies der Solist Bram Kreeftmeijer nachhaltig mit seinem fein phrasierten, virtuosen, ausdrucksstarken Spiel.

Eine launige Vivaldi-Sinfonie bildete den Übergang zum Finale, Vivaldis „Jahreszeiten“ mit dem Violinsolisten Adrian Adlam. Hell loderte hier das musikalische Feuer, angefacht durch den brillanten Adlam ebenso wie durch die Musiker des Ensembles. Die Ausdrucksskala spannte sich weit zwischen hauchzart säuselnden Winden und rasenden Prestissimo-Läufen, zwischen dem Schwirren von Fliegen und Mücken und krachenden Donnerschlägen. Prasselnder Applaus, eine Zugabe.

Fredener Musiktage in der Zehntscheune:

Dienstag, 19. Juli: 19.30 Uhr Opernabend mit Lavinia Dames (Sopran), Christopher Hutchinson (Tenor) und Samuel Hasselhorn (Bariton)

Mittwoch, 20. Juli: 19.30 Uhr Camerata Freden

Donnerstag, 21. Juli: 19.30 Uhr Kirche Wetteborn „Il Suono d’Amore“

Freitag, 22. Juli: 19.30 Uhr Fagus-Werk Alfeld Luxembourg Brass Quintet

Sonnabend, 23. Juli: 17 Uhr Quarteto di Cremona, 21 Uhr Jazz mit Enrico Pieranunzi (Klavier)

Sonntag, 24. Juli: 17 Uhr Abschlusskonzert mit der Camerata Freden

Karten unter Telefon 0 51 84 / 95 01 79 oder reservix.de

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