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Freispruch für den Piloten

Zwischenbilanz der DT-Produktion „Terror“ Freispruch für den Piloten

Ein Kampfpilot hat ein Passagierflugzeug abgeschossen. Entführer wollten es in ein Stadion steuern. Dies hat Ferdinand von Schirach in einem Stück erdacht. Im Deutschen Theater Göttingen und 17 weiteren Häusern wird es gespielt, das Publikum fällt den Richterspruch. 59 Prozent der Besucher haben den Piloten freigesprochen.

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Das Deutsche Theater inszeniert Ferdinand von Schirachs "Terror".

Quelle: Müller

Göttingen. Das Deutsche Theater (DT) zählt zu den 12 Theatern, in denen es bislang keine Verurteilung gab, berichtet Sara Örtel, die die Produktion als Dramaturgin begleitet hat. Fast 65 Prozent der Besucher in den bislang 18 Vorstellungen hatten für Freispruch gestimmt. Am engsten war das Ergebnis in der Vorstellung am 22. Dezember. Trotz vorweihnachtlicher Stimmung hätten 102 Zuschauer den Bundeswehrmann verurteilt, 114 ihn freigesprochen.

Am Deutschen Theater Berlin, neben dem Schauspiel Frankfurt eines von zwei Häusern, in denen „Terror“ zeitgleich uraufgeführt wurde – das DT Göttingen folgte als drittes Haus – wurde der Pilot bei 18 Vorstellungen viermal verurteilt, in Braunschweig bei elf Vorstellungen dreimal. Auf sechs Verurteilungen bei 14 Vorstellungen brachte es das Staatsschauspiel Dresden.

Die Idee dieses Rankings stammt übrigens aus Göttingen. Sie habe die Kollegen der anderen Häuser angeschrieben, ob diese vielleicht Zahlen liefern könnten, erklärt Örtel. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch habe die Anregung aufgegriffen und die Ergebnisse für jedermann einsichtig ins Internet gestellt (terror.kiepenheuer-medien.de/). Bemerkenswert findet Örtel, dass die Terroranschläge in Paris und Brüssel „nur minimale Unterschiede“ beim Abstimmungsverhalten des Göttinger Publikums hervorgebracht hatten.

Schirach war zur Premiere nach Göttingen gekommen und habe dem Team erzählt, das der Pilot in einem realen Prozess verurteilt, nach einiger Zeit aber begnadigt würde, sagt Örtel. Ensemble wie auch das Team um Regisseurin Katharina Ramser hätten ihn ebenfalls ins Gefängnis geschickt.

Im Herbst soll eine Verfilmung im Fernsehen gezeigt werden. In Göttingen haben die Theaterbesucher noch länger die Möglichkeit, abzustimmen. „Terror“ wird in die Spielzeit 2015/16 übernommen.

Die nächste Vorstellung von „Terror“ steht am 28. Mai um 19.45 Uhr im Großen Haus des DT an. Kartentelefon: 0551/496911.

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