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Frischer Wind mit Mädchenmusik

Anajo Frischer Wind mit Mädchenmusik

Dass hippe deutschsprachige Pop- und Rockmusik nicht immer nur aus den Epizentren Hamburg und Berlin stammen muss, ist spätestens seit den Sportfreunden Stiller, Nova International oder Blumentopf klar. Für frischen (Auf-)Wind aus südlichen Gefilden sorgen die Augsburger Indie-Popper Anajo, die bei Tapete-Records in diesem Frühjahr mit ihrem neuen Album „Drei“ wieder durchstarten wollen.

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Unterwegs zwischen großen Festivals und kleinen Clubs: Anajo.

Quelle: EF

Ihre Promo-Tour führte die Combo unter anderem in den vollbesetzten Göttinger Live-Club Nörgelbuff, wo es Antworten auf die Fragen „Wer ist der schönste Mann in Amsterdam?“, „Was ist Mädchenmusik?“ und jede Menge Ohrenschmaus zu hören gab.

Ihr Debüt in der Leinestadt gab das Trio, das sich überraschenderweise trotz scheinbar sinnstiftendem Albumtitel zum Quartett ausgewachsen hatte (Albrecht Schwader ist der neue Herr der Tasten), kommentarlos und beinah ein wenig freudlos mit Titel vier der aktuellen Scheibe: Meine Wege. Soweit, so unbekannt. Wohlweislich schob Frontmann Oliver Gottwald mit seinen Jungs sogleich das hittig-tanzbare „Honigmelone“ hinterher. Nachdem die Gruppe aber kurz die ultrahellen LED-Bühnenleuchten angeknippst hatte, eine Sitzecke per Sänger-Ansage für mehr Tanzfläche geräumt wurde und der Neuling nach einigen technischen Firlefanzereien scherzhaft eine Abmahnung kassierte (das Notebook war angeblich in den Wechseljahren) nahm das Unternehmen Fahrt auf.

Die Ode an Ein-Fall-für-Zwei-Held Josef Matula „Ich hol dich hier raus“, „Decke auf den Kopf“ und „Spätsommersonne“ brachten Bewegung ins Feld und ein Mini-Mädchen-Moshpit vor der Bühne in Wallung. Auch der kleine Interims-Schnarcher „Blaue Stunde“ konnte der aufgetauten und warm gewordenen Band sowie der Stimmung nichts mehr anhaben. Anajo, die schon Festivalmassen auf dem Melt oder Southside begeistern konnten, nahmen auf wenigen Quadratmetern mit Bier, Charme und Melone das Göttinger Publikum für sich ein. Die bayrischen Vier servierten fluffigen Gute-Laune-Pop, so leicht wie ein frisches Häufchen Mousse au Chocolat. Schlichte aber eingängige Riffs mit einem Tick Elektronik und launigen Samplings plus espritsprühende Verse ergaben die perfekte Mischung.

Das Publikum geizte nicht mit Zustimmungsbekundungen und die Band nicht mit Danke-Sagen. Wenn Anajo Mädchenmusik sein wollen, dann passt das wie die Faust aufs Auge und wenn Sänger Oliver bei einer holländischen Bootstour einem hübschen Engländer verfällt, dann bringt das einen ganzen Club zum Tanzen.

Von Anna Kleimann

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