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Fröhliche Tiere und spielerische Konzeptkunst

Künstlerhaus Fröhliche Tiere und spielerische Konzeptkunst

Düster Schwarz die Umgebung, darin ein Haus, das verheißungsvoll magentafarben leuchtet, das Künstlerhaus Göttingen. Ein Pfeil zeigt in Richtung des Gebäudes, von Hand steht dazu geschrieben: „da drin“. So bewirbt der Bund Bildender Künstler Südniedersachsen seine Jahresausstellung, die derzeit im Künstlerhaus läuft. Was draußen so verheißungsvoll schimmert, büßt im Inneren dann deutlich an Glanz ein.

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Symbiotische Beziehung: strahlkräftige Bilder von Erhard Joseph und Wandobjekte von Hilke Diers.

Quelle: Vetter

Frisch dabei ist Sabine Harton. Sie hat in Bremen studiert und lebt inzwischen in Bremke. Zwei Bilder stellt sie aus, beide sind figürlich, aber vieles ist nur angedeutet. Ein Szene zeigt Arbeiter in einer Fabrik, in der offenbar Puppen hergestellt werden. Harton arbeitet gerne in Serien, auch diese beiden Werke stammen aus einer Bildfolge. Schade, dass nicht mehr davon zu sehen ist.

Die Bovenderin Hilke Diers ist seit Jahren eine Bank im Kreis des BBK. Sie arbeitet konzeptuell – und das bewundernswert spielerisch. Im Weißen Saal zeigt Diers große runde Holztafeln, gebrauchte, gefundene Stücke. Mit großem Pinsel hat sie schwarze Farbspuren darauf gesetzt. Wenig künstlerischer Einsatz, großer Ertrag.

„Rapport“ hat Dörthe Gerken ihre Bleistiftzeichnung genannt. Darauf klont sie zwei Kumpel, die sich die Arme um die Schultern gelegt haben. Wie gespiegelt tauchen die beiden mehrfach neben- und übereinander auf. Gerken hat damit einen neuen künstlerischen Weg eingeschlagen. Mal schauen, wie sie voran kommt.

Kathrin Schwarz hat sich mit Humor der Tierwelt angenommen. Sie stellt eine Reihe kleinformatiger, sehr luftiger Zeichnungen aus, in denen sich Tiere tummeln oder auch verstecken. Die Arbeiten sind graphisch gelungen und ein bisschen schelmisch. Direkt gegenüber stehen zwei keramische Arbeiten von Schwarz, die Birkenholz-Klötzen nachempfunden sind. Ihre Zeichnungen funktionieren besser.

Leena Krüger hat sich weiter in den malerischen Raum vorgearbeitet. Mit Kontrasten und Strukturen schafft sie Tiefe im Bildraum, die immer beeindruckender und kraftvoller wird.

Und die anderen? Erhard Schröters ungegenständliche Bilder sind weiterhin von einer gewissen Nervosität geprägt. Sigrid Kindel schafft wieder fein ausgearbeitete märchenhafte (Stadt-)Landschaften  zwischen Abstraktion und Realität. Georg Hoppenstedts Farben fließen in Streifen über die Leinwand, diesmal jedoch mit viel weniger Energie. Sabine Schmitt und Renate Bethmann experimentieren nach wie vor mit Papier, Schwarz, Weiß und den Zwischentönen. Gisela Garbes fotografierte Spiegelungen bewegen sich ästhetisch auch in diesem Bereich. Helmut Boeder zeichnet akribisch, das ist bekannt.

Markos Durand bewegt sich künstlerisch dort, wo er zu Hause ist, in einem surrealistischen Südamerika. Annelie Kuismanen schafft mit Kreide und Geduld Zwischenwelten. Erhard Joseph zeigt einmal mehr seine hervorragenden Farbfeldkompositionen mit der Leuchtkraft reinen Pigments. Konrad Mätzig ist wieder Märchenhaftem auf der Spur, diesmal dem „Geheimnis der Rübe“. Elisabeth Witt frönt ihrer Lust an Aquarell und Stillleben. Charlotte Geister ist zurückgekehrt zum vor allem graphisch schön gestalteten Kleinformat und Tamara Wahby fotografiert Kleinst-Welten, die sich in Kosmen verwandeln.

Für viele der 28 Künstler aus der Region muss es ein wenig aufregendes Jahr gewesen sein seit der letzten BBK-Schau. Sie haben offenbar unbeirrt weiter gearbeitet wie bisher. Das kann man Konstanz nennen, sich vertiefen in ein Thema. Muss man aber nicht. Zumindest nicht bei allen.

Bis Sonntag, 18. November, dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 13 Uhr im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1.
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