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Frollein Smilla und Romal Bingo zu Gast im Göttinger Apex

Musik unter Freunden Frollein Smilla und Romal Bingo zu Gast im Göttinger Apex

Die eigene Einordnung ihrer Musik als „Folkballadendschääßfunkpiratinnenschunkelsongs“ ist ein echter Zungenbrecher, macht neugierig und verspricht Spaß auf der Bühne. Und den brachte der Auftritt der sechsköpfigen Berliner Formation Frollein Smilla am Donnerstagabend im gut besuchten Apex allemal.

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Sympathisch und unterhaltsam: die band Frollein Smilla.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Mit mehrstimmigem Gesang der Schwestern Desna Marleen und Emilia Wackerhagen zu dezenten Akkordeonklängen beginnt der Auftritt im schwülwarmen Apex. Es ist der zweite Tag ihrer kleinen Tour, die am Vorabend vor vollem Haus in Witzenhausen gestartet wurde. Als reine Coverband gestartet, schreiben sie seit kurzem auch eigene Songs.

Ihre Lieder hielten das Publikum nicht auf den Stühlen, gibt Leadsängerin Desna Marleen gleich zu Beginn an und damit das Motto des Abends vor: Spaß haben mit Musik unter Freunden. Unterstützt wird sie dabei von Emilia, Gesang und Saxophon, Anja Lotta Kitzing am Akkordeon und E-Piano, „Kasimir“ Julian Bidner an der Posaune, Johannes Kempter am Schlagzeug und Leon Hast als Gast für den erkrankten Matti M. an der Gitarre. Schon das zweite Stück geht mit der jazzigen Posaunenbegleitung von Bidner richtig ab.

„Schnaps und Du“. ein eigenes Lied mit dem herrlichen Refrain „Ich würde lieber mit ’nem Schnaps und dir den Augenblick gehörig zelebrieren“ ist eine echte Schunkelnummer. Bevor die Stühle im Raum endgültig beiseite geschoben werden, gibt es noch Besinnliches von Sophie Hunger. Ihr „Walzer für Niemand“ kommt mit Akkordeon und Posaunenbegleitung, stimmlich beeindruckend interpretiert von Desna Marleen. In der Eigenkomposition „Float“ steigert sich das gesamte Ensemble in ein rauschendes Finale, das mit besinnlichen Pianotönen von Kitzing ausklingt. Ganz neu und erst dreimal gespielt ist das Lied „Golden Future“, in dem es durch und durch tanzbar um Gedanken zu ihrer eigenen Zukunft geht.

So schafft „Frollein Smilla“ im Laufe des Abends eine unterhaltsame Mischung aus Jazz, Swing, Polka und Popsongs, die mit dem Piratensong „Pirates Choir“ unter Mithilfe des Publikums ein stimmungsvolles Ende findet. Ein Abend mit großem Spaß- und Sympathiefaktor, der neugierig macht auf das Album, das die Band im kommenden Winter aufnehmen will.

Vorweg gab es eher ruhige, hintersinnige, vorwiegend deutsch gesungene Lieder von dem aus Göttingen stammenden Sänger und Gitarristen Leon Hast, der sich auf der Bühne Romal Bingo nennt. Diese handelten zum Beispiel von einem französischen Liebespaar, dem das Wasser bis zum Hals steht oder, etwas rockiger interpretiert, von Massentourismus. Begleitet wurde er dabei an der Cajon von Nicho Dahms.

Von Jörg Linhoff

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