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Trickreiche Arrangements

Waldbühne Bremke Trickreiche Arrangements

Märchen, Schauspiel, Schlager: das Team der Waldbühne in Bremke hat in diesem Jahr neben Bewährtem schon einiges Neue ausprobiert. Mit dem Konzert des Göttinger Gitarrenduos Funk & Wegener kam am Sonnabend ein weiteres neues und unbedingt wiederholenswertes Format dazu.

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Quelle: chb

Bremke. Bei schönem Wetter ist die Waldbühne in Bremke sicher eine der stimmungsvollsten Spielstätten in Göttingen. Das zeigt sich auch am Sonnabend: Der Wald bildet eine wunderbare Kulisse, durch die Bäume schickt die Sonne noch ein paar Strahlen. Alles ist angerichtet für den Auftritt der beiden Gitarristen Herbert Wegener und Peter Funk.
Schon seit vielen Jahren sind die beiden gemeinsam unterwegs und haben sich ein ungewöhnliches Repertoire aufgebaut. Angekündigt ist ihr Konzert mit „Waldbühne goes Waikiki“ und hawaiianischer Musik. Das mit der hawaiianischen Musik stimme nicht ganz, muss Funk die Erwartungen etwas bremsen. Ihre Instrumentalfassungen sind Mischungen aus Ragtime und Blues. Wohl aber spielen sie auf einem hawaiianischen Instrument, der Lapsteel-Gitarre. Diese in Deutschland selten zu hörende Gitarre wird auf den Knien liegend von Wegener mit einem Steelbar gespielt.
Unterhaltsame Geschichten
Funk führt charmant durchs Programm, erzählt viele unterhaltsame Geschichten rund um die Songs. Das Stück „Blind Boy in a Hammock“ etwa widmen sie den vielen blinden Musikern, die sich in den Südstaaten durchschlagen mussten. Ihren Blind Boy schicken sie einfach mal auf Urlaub in die Südsee. Fingerfertig spielen die beiden ihre trickreichen Arrangements für Lapsteel-und Akustik-Gitarre, etwa von „Me, myself and I“ von Billie Holiday. Für den „Routbeer-Rag“ haben sie einen Song von Billy Joel in eine Instrumentalfassung umgearbeitet. „Wir haben gar nicht geahnt, was wir uns da für eine Arbeit aufhalsen“, scherzt  Funk. Aber auch die Titelsuche sei nicht immer einfach. Für einen Song fiel ihnen nichts Passendes ein. „Da haben wir auf vielen Konzerten das Publikum um Vorschläge gebeten“, erzählt der Gitarrist. Im kühlen Pellworm kam dann ein Vorschlag, der ihnen gefiel: Aus „Warten auf Louise“ wurde dann „Waiting for Louise“.
Neben vielen Rags haben die beiden auch einige Balladen – schön wehmütig etwa „The Water is Wide“ – im Programm, zu denen Funk singt. Einige Male spielen sie auf zwei Lapsteel-Gitarren, Funk hat auch noch eine Autoharp dabei und für das letzte Stück des regulären Sets eine Ukulele. Der wirklich ungewöhnlichen Kombination aus dem hüpfenden Floh (so die Übersetzung des hawaiiarischen Worts Ukulele)  und der Lapsteel-Gitarre entlocken die beiden versierten Musiker dann den „Mississippi-Blues“.

Kurzweiliger Abend

Es war ein angenehmer, kurzweiliger Abend mit zwei gut aufgelegten Gitarristen. Akustik-Musik passt unbedingt in die Waldbühne. Allerdings hätten die beiden Musiker eine kleine Bühne verdient gehabt. So saßen sie tief im Wiesengrund und mussten mit fortschreitendem Abend mit der nicht sehr gitarrenfreundlichen Feuchtigkeit kämpfen.
Ihren nächsten Auftritt haben Funk & Wegener auf der Göttinger Gitarrennacht, die die beiden auch organisieren. Am 23. September spielen sie im Alten Rathaus neben Clive Caroll, El Macareno und Silvio Schneider.

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