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GSO-Dirigent beendet sein Engagement 2018

Christoph-Mathias Mueller GSO-Dirigent beendet sein Engagement 2018

Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller verlässt 2018 das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) "auf eigenen Wunsch". Das hat der 49-Jährige am Montag in der Programm-Pressekonferenz des GSO mitgeteilt. In der Göttinger Kulturszene sorgte die Nachricht für verständnisvolles Bedauern.

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Christoph-Mathias Mueller

Quelle: Wenzel

Göttingen. "Wahnsinnig gerne" arbeitet Tobias Wolff mit dem aus der Schweiz stammenden Mueller zusammen. Der geschäftsführende Intendant der Internationalen Händel-Festspiele kann aber die Entscheidung Muellers nachvollziehen und nennt es konsequent, nach zehn bis zwölf Jahren den Wechsel anzustreben.

Tobias Wolff

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Mueller tue das "auf dem Höhepunkt des Schaffens" in Göttingen. Wolff betont die Zusammenarbeit bei den Festspielen und hebt 2015 hervor mit einem Auftragskomposition auf dem Programm. Außerdem habe Mueller viel für den Bereich den Oper als Orchesterleiter getan und mit dem GSO Werke von Debussy aufgeführt oder La Traviata.

"Das ist nicht selbstverständlich für ein Orchester dieser Größenordnung", so Wolff. Auszeichnungen, wie der Echo-Klassik, seien Beleg für die qualitätsvolle Leistungsfähigkeit des GSO, aber auch die CD-Produktionen. Wolff: "Ich stelle fest, dass man in Göttingen stolz aufs Orchester ist. Und das ist sein Verdienst."

Muellers Entscheidung ist für Erich Sidler , Intendant des Deutschen Theaters, völlig nachvollziehbar und sogar wichtig. "Er war am Ende seiner Vertragszeit 13 Jahre hier und hat Kultur und Kunst in Göttingen maßgeblich beeinflusst. Dafür gebührt ihm großer Dank", sagt Sidler, der betont, dass er für befristete Verträge für Künstler ist, "weil der Wechsel wichtig ist, auch für die Stadt".

Erich Sidler

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„Mit Mueller verlässt uns nicht nur ein toller Dirigent, sondern auch ein kompetenter Kulturmanager“, findet Michael Thenner von der Kommunikationsagentur Blaue Quelle. Obwohl er persönlich eher selten Klassik höre, habe Mueller ihm den Wert eines Orchesters für eine Stadt aufgezeigt.

Christiane Eiben hat als Sängerin der Göttinger A-cappella-Band Seven Up mit dem GSO und mit Mueller bei Pop-meets-Classic und beim Gipfeltreffen zusammengearbeitet. Als Popmusikerin habe sie mit Klassik nicht viel zu tun, aber Mueller habe es immer verstanden, ihr sein Dirigat zu vermitteln. "Mit ihm war vieles kein Problem.

Christiane Eiben

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Er kann unkompliziert erklären", sagt Eiben, die sich mit Mueller auch gerne über Kekse aus Schweiz und welche sie bevorzugen unterhält. Aber nicht nur deshalb urteilt sie: "Er ist echt ein Toller", dem das Herz in den Musikstücken wichtiger sei als die Namen von Komponisten.

Auch Nico Dietrich , Intendant des Jungen Theaters, findet es schade, dass Mueller das Orchester verlässt. „Dass ein Künstler sich nach 13 Jahren neue Aufgaben sucht, ist aber vollkommen regulär“, zeigt er Verständnis für die Entscheidung. Außerdem sei es fair, dass Mueller das schon so früh angekündigt habe. So habe das Orchester genügend Zeit, einen neuen Dirigenten auszuwählen. „Und das wird nicht einfach“, so Dietrich.

NIco Dietrich (l.)

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Denn Mueller hat das GSO sehr vorangebracht, findet Judith Kara , Leiterin der Ballettschule Art la danse. „Wir hatten eine ganz wunderbare Zusammenarbeit“, sagt sie, „vor allem bei dem gemeinsamen „Sacre du printemps“-Projekt 2013.“ Mueller sei eine verlässliche Größe in Göttingen. Dass er jetzt weggehe, sei sehr schade.

Bernd Eberhardt (l.)

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Das sieht Bernd Eberhardt von der Göttinger Stadtkantorei, der ebenfalls häufiger mit Mueller zusammengearbeitet hat,  genauso. „Mueller war ein fordernder, aber sehr sympathischer Musiker“, so Eberhardt. Dadurch dass Mueller selbst Streicher ist, wisse er als Dirigent, wovon er rede. Und das sei Muellers „Erfolgsrezept“, so Eberhardt.

Unter künstlerischen Gesichtspunkten ist für Dr. Achim Block die Entscheidung von Christoph-Mathias Mueller nachvollziehbar. Der langjährige Kulturpolitiker und ehemalige Landtagsabgeordnete Block kennt das GSO seit Jahrzehnten. "Die Stadt Göttingen und nicht nur die Musiker müssen sehr dankbar sein für das Wirken von Mueller", so Block.

Dr. Achim Block

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Für das Göttinger Symphonie Orchester habe Mueller seit 2005 viele funktionierende Netzwerke aufgebaut und weiterentwickelt, wofür sein Vorgänger Christian Simonis eine Basis geschaffen habe, urteilt Nils König . Als Festivalorganisator habe er mit Mueller zwei große Projekte in der Lokhalle realisiert.

"Das waren einmalige Aktionen bei denen Mueller dem Publikum neue, ungewöhnliche Musik vermittelt hat", so König. Dieser kann aber auch den Wunsch des Generalmusikdirektors verstehen, "dass er Neues, Größeres, Besseres ausprobieren möchte".

Von Hannah Scheiwe und Angela Brünjes

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Keine Vertragsverlängerung
Schwingt den Taktstock nur noch bis 2018 in Göttingen: Christoph-Mathias Mueller.

Die Überraschung erwähnte er eher beiläufig: Christoph-Mathias Mueller, Chefdirigent des Göttinger Symphonie-Orchesters seit 2005, wird seinen bis 2018 geltenden Vertrag auf eigenen Wunsch“ nicht verlängern. Dies gab er am Montag bei der Vorstellung des Programms für die kommende Saison bekannt.

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