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GSO-Saisonstart in der Göttinger Stadthalle

"Mondnacht" GSO-Saisonstart in der Göttinger Stadthalle

Nur 19 Prozent der Mondoberfläche waren am Freitag zu sehen – doch bis zum Vollmond am 28. September wollte das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) nicht mehr warten. „Mondnacht“ war das Programm des Promenadenkonzerts betitelt, mit dem das GSO die neue Saison in der Stadthalle eröffnete.

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„Mondnacht“ war das Programm des Promenadenkonzerts betitelt, mit dem das GSO die neue Saison in der Stadthalle eröffnete.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Ein ausgewiesener Spezialist für kultivierte Unterhaltungsmusik stand auf dem Dirigentenpult: der Schweizer Reto Parolari, seit vielen Jahren gern gesehener Gast des GSO. Viele Programmpunkte hatten tatsächlich etwas mit dem Mond zu tun, etwa die eröffnende schwungvolle Ouvertüre zu „Frau Luna“ von Paul Lincke, die „Mondnacht auf der Alster“ des Hamburger Strauß-Seelenverwandten Oscar Petrás, Henry Mancinis Evergreen „Moon River“ oder Claude Debussys süß-verträumtes „Clair de lune“.

 
Das alles gestalteten die GSO-Musiker mit viel Ausdruck und mit einem Engagement, das man in diesem unterhaltenden Genre nicht unbedingt erwartet. Dazu kamen einige mondfreie Programmpunkte, die nicht minder einnehmend waren. In Ernst Fischers Divertimento „Pro Musica“ etwa schwang etwas von der Stimmung der Filme der 50er-Jahre mit, ein heiterer Italienurlaub mit Reisebus. Auch die „Erinnerung an ein Ballerlebnis“ von Hans Bund mit dem blueslastigen Mittelteil (und einem besonders schönen Trompetensolo von Helmut Pöhner) gehört dazu, Lehárs glänzender Walzer „Gold und Silber“ oder das offizielle Finale mit einer eigenen Komposition Parolaris, der mitreißend musizierten Ouvertüre zur Operette „Kleider machen Leute“.

 
Die Überraschung des Abends aber war die Instrumentalsolistin, die erst 15-jährige Violinistin Anne Luisa Kramb, die bereits als Elfjährige 2011 als Jungstudentin in die Musikhochschule Frankfurt aufgenommen wurde. Ihre hoch entwickelten virtuosen Fähigkeiten konnte sie in Pablo de Sarasates Carmen-Fantasie eindrucksvoll unter Beweis stellen, etwa im rapiden Wechsel von hauchzarten Flageoletts mit satten Klängen auf der G-Saite. Mit wunderschönem Ausdruck spielte sie Fritz Kreislers „Liebesfreud“. Dass hier und da noch minimale Fleckchen den musikalischen Glanz trübten, wird ihr jeder nachsehen, auch, dass sie es noch nicht überall wagte, größere solistische Freiheiten einzufordern. In Parolari und dem GSO hatte sie einfühlsame Partner.

 
Der Beifall in der dicht besetzten Stadthalle wollte kaum enden. Mit drei Zugaben bedankten sich die Musiker: mit Johann Strauß’ „Perpetuum mobile“, mit einem weiteren Soloauftritt von Anne Luisa Kramb in Kreislers „Tambourin chinois“ und mit Don Swanders altem Hit „ Deep in the heart of Texas“ in einem sehr wirkungsvollen Arrangement von Parolari.

 
Am Freitag, 25. September, startet das GSO unter Christoph-Mathias Mueller den Philharmonischen Zyklus I mit Werken von Haydn, Beethoven und Bruckner. Beginn ist um 19.45 Uhr in der Stadthalle.

von Michael Schäfer

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