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GSO eröffnet Zyklus „Wiener Klassik“

Virtuosität am Kontrabass GSO eröffnet Zyklus „Wiener Klassik“

Die kleinen Extra-Zyklen des Göttinger Symphonie-Orchesters sind beim Publikum besonders beliebt – vor allem der Zyklus „Wiener Klassik“. Er ist am Donnerstag mit einem gut besuchten Konzert in der Aula der Universität gestartet. „Ankunft“ hieß das Motto des nicht alltäglichen Programms.

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In den Karriere-Startlöchern: Kontrabassist Marvin Wagner.

Quelle: Stefan Riese

Göttingen. Etwas einsam wirkten Konzertmeisterin Natalia Kundirenko und Christina Toparkus, Stimmführerin der zweiten Violinen, die den Abend zu zweit eröffneten. Der Mozart-Zeitgenosse Johann Matthias Sperger (1750-1812) hat sich nämlich den Spaß erlaubt, Haydns Abschiedssymphonie verkehrt herum zu imitieren.

Seine zweisätzige „Ankunftssymphonie“ beginnt mit einem Variationssatz. Dessen Besetzung wächst vom Duo über Trio zum Streichquartett heran, lässt weitere Bläserstimmen hinzutreten, bis am Ende das Orchester vollzählig auf der Bühne sitzt, um gemeinsam das fröhliche Finale zu spielen. Erst dabei trat auch Gastdirigent Michael Alexander Willens ans Pult und führte dieses ausgesprochen witzige, spielfreudige Werk zum guten Ende. Besonders schön daran: Man lernte wieder einmal die beachtlichen kammermusikalischen Qualitäten der GSO-Musiker kennen.

Eine weitere Rarität des Abends, durch den als Moderator der Musikwissenschaftler Prof. Andreas Waczkat kenntnisreich führte, war das zentrale Solokonzert: Spergers 15. Kontrabasskonzert mit dem Solisten Marvin Wagner (Jahrgang 1993). Wagner studiert seit 2012 in Nürnberg, hat bereits zahlreiche Preise gewonnen und ist in dieser Saison stellvertretender Solo-Kontrabassist bei der Staatsphilharmonie Nürnberg. Er gestaltete seinen anspruchsvollen Solopart mit beeindruckender Virtuosität, mit nuancenreichem Ausdruck und viel Spielwitz: ein Genuss. Für den rauschenden Beifall bedankte er sich mit der Courante aus der „Suite im alten Stil“ von Hans Dryba.

Schlussstück des Abends war Beethovens „Pastorale“. Willens nahm die Tempi zwar ziemlich genau so, wie sie von Beethoven metronomisiert worden sind. Dennoch fehlte es dem zweiten und fünften Satz bisweilen ein wenig an Spannung – die sich dafür in der Gewitterszene (mit Donnergott Harry Bidlingmaier an der Pauke) um so eindrucksvoller aufbauen konnte. Es gab viele schöne Holzbläser-Soli und ein recht präzises Zusammenspiel, obwohl man die Intentionen des Gastdirigenten in seinen großen, bevorzugt kreisförmigen Dirigierbewegungen nicht immer leicht erkennen konnte. Freundlicher Schlussapplaus.

Die nächsten GSO-Termine: Sonntag, 17. April, (GSO-Wohnstift) und Montag, 18. April, (Altes Rathaus) Serenade „Senza Basso“, Freitag, 22. April, Musik von Haydn, Beethoven u. a. (Stadthalle). Beginn jeweils 19.45 Uhr.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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