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GSO spielt Haydn, Franck und Nielsen

Konzertthema „Entwicklungen“ GSO spielt Haydn, Franck und Nielsen

Beim Konzertthema „Entwicklungen“ ist Vielfalt garantiert. So waren am Freitag beim Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) in der Stadthalle drei Werke zu hören, die verschiedene Entwicklungsstände unterschiedlicher Gattungen repräsentierten: zwei Symphonien und ein Stück für Klavier und Orchester.

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Hinrich Alpers

Quelle: CH/Archiv

Göttingen. Haydns D-Dur-Symphonie Nr. 82 aus dem Jahre 1786 ist ein frühes Meisterwerk, die 1922 entstandene fünfte Symphonie des Dänen Carl Nielsen eine Spätblüte dieser Gattung. Und in seinen Symphonischen Variationen für Klavier und Orchester hat der Romantiker César Franck einen Seitenpfad in diesem Genre eingeschlagen: ein kurzes Werk, das die unterschiedlichen Charaktere der drei Sätze eines Klavierkonzerts in einem kurzen Abriss bündelt.

 

Gastdirigent Eugene Tzigane, der nach seinem Göttinger Debüt Auftritte in Dänemark, Norwegen, Finnland und Japan plant, bewies in der spritzig und federleicht musizierten Haydn-Symphonie hohe gestalterische Fähigkeiten. Das war spannend gespielt, zugleich temperamentvoll und präzise, stilsicher und mit viel Sinn für die minimalen Tempoveränderungen, die den musikalischen Verlauf beleben.

 

Auch in César Francks Symphonischen Variationen hatte Tzigane das Orchester gut im Griff, um das hier besonders enge Verhältnis zwischen Solo und Tutti angemessen auszutarieren. Die Instrumentalisten folgten ihm mit Konzentration und Engagement, sodass der Pianist Hinrich Alpers viel Freiheit hatte, seinen brillanten, im Ton wunderschön schwärmerischen Solopart zu gestalten. Alpers musizierte kraftvoll und durchsichtig, drängte sich nicht eitel nach vorn, sondern fühlte sich stets dem Gesamtklang verpflichtet. Für den begeisterten Applaus bedankte er sich mit dem ersten Satz aus der Sonatine von Maurice Ravel.

 

Den Schluss des Abends bildete Carl Nielsens fünfte Symphonie. Ihm geht der Ruf voraus, seine Musik sei etwas spröde – das mag in anderen Werken der Fall sein, nicht aber in diesem breit ausgesponnenen musikalischen Weltentwurf. Nielsens Musik erzählt Geschichten, auch wenn der Komponist seinen Werken keine Programme unterlegt hat. Es geht um den Kampf zwischen Chaos und Schönheit, zwischen Schrecknissen und Harmonie. Das formte Tzigane mit dem GSO in bezwingender Intensität. Die Instrumentalisten bewältigten ihre teilweise hochvirtuosen Aufgaben mit Bravour. Von den zahlreichen prächtigen solistischen Leistungen sei wenigstens das atemberaubend schöne Klarinetten­solo von Manfred Hadaschik hervorgehoben. Der Beifall prasselte nur so, untermischt von Bravorufen.

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