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Galliano und Avital auf dem Gräflichen Landsitz Nörten-Hardenberg

Niedersächsische Musiktage Galliano und Avital auf dem Gräflichen Landsitz Nörten-Hardenberg

Bei den Niedersächsischen Musiktage gab es ein weiteres, ganz besonderes Konzert in der Region. Der Akkordeonist Richard Galliano und der junge Mandolinenvirtuose Avi Avital traten auf dem Gräflichen Landsitz auf und präsentierten ein abwechslungsreiches Programm im Brennpunkt von Jazz und Klassik.

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Akkordeonist Richard Galliano

Quelle: Pförtner

Nörten-Hardenberg. Richard Galliano, geboren 1950 in Cannes, gilt als Entdecker des Akkordeons für den Jazz. Sein Mentor Astor Piazolla brachte ihn zum Tango. Aus dieser Freundschaft und Zusammenarbeit entwickelte Galliano eine Synthese von zeitgenössischem Jazz mit der Musette, einer traditionellen Walzerform aus den Pariser Vorstädten.

Avi Avital, 1978 in Israel geboren, lernte schon mit acht Jahren das Mandolinenspiel. Er gilt als einer der spannendsten und neugierigsten Musiker dieser Zeit. Seine Einspielungen reichen von Klezmer über Barock- bis zu zeitgenössischer Musik.

Es sei eine große Ehre für ihn, mit Galliano zu spielen, erläutert Avital zu Beginn, dies sei erst ihr zweites gemeinsames Konzert.

Gallianos Akkordeonspiel ist leidenschaftlich, zuweilen dramatisch, mitunter auch zärtlich, dann wieder dynamisch. Stehend schöpft er exemplarisch in seinem Solo „Tango pour Claude“ die große Klangbreite des Instruments aus. Mit geschlossenen Augen lauschend, hat man bisweilen den Eindruck, fast ein ganzes Orchester zu hören.

Avital erinnert in seiner Gestik und Art seines Spiels bisweilen an einen Popkünstler. Für seine Solointerpretation Bulgarischer Tänze mit dem Titel „Bucimis“, in der er die Mandolinensaiten erst zart, dann mit energischem Anschlag und unglaublichem Tempo fast wie eine Rockgitarre spielt, gibt es vom faszinierten Publikum frenetischen Applaus.

Wie gut die beiden so unterschiedlichen Instrumente harmonieren, zeigen Avital und Galliano in ihren gemeinsamen Interpretationen von Bach-Werken, den sechs Rumänischen Volkstänzen von Béla Bartók, Astor Piazzollas „Oblivion“ oder den "Bachianas Brasileiras" von Heitor Villa-Lobos. „Mein Ziel ist es, die Mandoline und ihr Repertoire weiterzuentwickeln und neu zu definieren“, lautet ein Zitat von Avital. Es steht exemplarisch für die Darbietung beider Künstler an diesem Abend, der passend unter dem Thema "Bis zum Horizont und weiter…" stand.

Nach Standinvg Ovations gibt es noch bekannte Melodien wie aus dem Film „Doktor Schiwago“. Spannend, unterhaltend und leidenschaftlich.

Von Jörg Linnhoff

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