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Gebackene Pfannkuchen von Rembrandt

Ausstellung in der Kunstsammlung der Universität Gebackene Pfannkuchen von Rembrandt

„Copy.Right – Adam von Bartsch. Kunst – Kommerz – Kennerschaft“ heißt die neue Ausstellung in der Kunstsammlung der Universität Göttingen. Die Schau in Kooperation mit den grafischen Sammlungen der Universitäten Trier und Tübingen zeigt Reproduktionsgrafiken, meist von berühmten Meistern.

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Quelle: HW

Göttingen. Das Besondere der Ausstellung ist, dass sie auf den Ergebnissen eines Seminars an den Kunstgeschichtlichen Instituten der Universitäten Göttingen, Trier und Tübingen im Sommersemester 2015 basiert. Dort hatten sich die Studierenden mit den originalen Grafiken, Büchern und Mappen beschäftigt, erste Ergebnisse vorgestellt und auf dieser Grundlage Artikel für den Ausstellungskatalog verfasst. Eine Kooperation in dieser Form zwischen universitären Sammlungen mit wissenschaftlicher Publikation und Schau ist bislang einmalig.

Seit einigen Jahren nimmt die Diskussion um Begriffe wie Original, Kopie, Reproduktion, Fälschung und Authentizität zu. Wichtige Stationen auf dem Weg zum aktuellen Diskurs liegen bereits im 18. Jahrhundert. Im Zentrum der Ausstellung im Audimax steht Adam von Bartsch (1757-1821), selbst Reproduktionsgrafiker und Begründer der wissenschaftlichen Kupferstichkunde mit seinem in 21 Bänden publizierten Hauptwerk „Peintre-Graveur“, dem noch heute mustergültigen Referenzwerk. Mehr als 50 Werke von Bartsch werden gezeigt, zudem seine Vorläufer, Zeitgenossen und Konkurrenten wie auch Werkzeuge des Sammlers und Kenners vorgestellt.

Die Ausstellung:

Die Ausstellung im Alten Auditorium der Universität Göttingen, Weender Landstraße 2, ist vom 17. April bis zum 11. September sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Forschungsorientiert und in der Praxis lernen: Eine solches Einbeziehen der Studierenden in die Kooperation mit Universitäten, Hochschulen und anderen Partnern sei auch eine Idee hinter dem künftigen Wissenschaftsmuseum „Forum Wissen“, sagte Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel in ihrem Grußwort. „Wir wollen zeigen, wie Wissen entsteht, wie Forschung entsteht, was es an Objekten aus den Sammlungen gibt, was wir heute noch lehren und wie man daran forschen kann.“

„Adam von Bartsch dient hier als Ausgangspunkt, um eine Faszinationsgeschichte, die Kunst auf Papier, auszubreiten, die im 18. Jahrhundert einen Höhepunkt erreicht“, sagte Prof. Michael Thimann, Kunstgeschichtliches Seminar und Kunstsammlung der Georgia Augusta. „Bartsch vereint die Trias Künstler, Kenner, Grafikwissenschaftler“, so Dr. Anette Michels, Grafische Sammlung der Universität Tübingen. „Es ging ihm um die richtige Beurteilung der Kupferstiche, das heißt auch um die Unterscheidung von Original und Kopie, um die Bestimmung des Druckzustandes und um gründliche Kenntnis der Kupferstichkunde.“

Einen Überblick über die Zusammenarbeit und die „gelebte Lehre“ an den drei Standorten gab Dr. Stephan Brakensiek, Grafische Sammlung der Universität Tübingen.
Über ihre Schatzsuche in der Göttinger Staats- und Universitätsbibliothek auf den Spuren ihres ersten Vorgängers, Johann Dominik Fiorillo, berichtete Dr. Anne-Katrin Sors, Kunstsammlung der Universität Göttingen. Beim Rundgang durch die Ausstellung verwies die Kustodin auf ein Pfannkuchenrezept in einem Katalog zu der Radierung „Pfannkuchenbäckerin“ des Rembrandt van Rijn. In seinem wissenschaftlichen Herangehen habe Bartsch allerdings auf das Backrezept verzichtet.

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