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Geballte Energie aus dem Trojanischen Pferd Göttinger Symphonie Orchester spielt Haydns „Sieben letzte Worte“

Göttinger Symphonie Orchester spielt Haydns „Sieben letzte Worte“

Joseph Haydns „Sieben letzte Worte unseres Erlösers am Kreuze“ haben am Gründonnerstag das Publikum in der Göttinger Albanikirche tief beeindruckt: eine instrumentale Passionsmusik, zu der meditative Texte von Walter Jens Anstoß zu innerer Einkehr gaben.

Töne der Klage und des Trostes: Göttinger Symphonie Orchester in St. Albani.

Quelle: Mischke

Die sieben letzten Worte Jesu in der Passionsgeschichte – von „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ bis „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände“ –  sind die Texte, zu denen Joseph Haydn im Auftrag eines Domherren von Cadiz sieben langsame Instrumentalsätze komponiert hat. Das ist nicht leicht, denn ausschließlich langsame Tempi können einförmig wirken.Haydn hat dies eindrucksvoll bewältigt: Seine Musik ist tiefernst, sie enthält sowohl die Klage des gequälten Individuums wie himmlischen Trost, existenzielle Monumentalität wie sanft fächelnde Linderung der Schmerzen. Den Rahmen bilden eine langsame Einleitung und ein wildes Finale, in dem das Erdbeben nach Jesu Tod musikalisch Gestalt gewinnt.Christoph-Mathias Mueller und das Göttinger Symphonie Orchester gestalteten diese instrumentale Passionsmusik mit angemessener Leidenschaft und wunderbar abgetönten Klangfarben. Vom Anfang bis zum Schluss blieb die musikalische Spannung bestehen, was angesichts des durchweg langsamen Tempos nicht selbstverständlich ist. Viele ausdrucksvolle Soli leuchteten aus dem Orchester-Tutti hervor.Den musikalischen Eindruck verstärkten nachhaltig die meditativen, sehr nachdenklich stimmenden Texte, die Walter Jens zu den Jesusworten für diese Musik geschrieben hat, gelesen von Pastor Dieter Nehls. Der Gegenwartsbezug, den Jens herstellt, stand zu Haydns Musik keineswegs im Widerspruch.  Der langdauernde Beifall ließ vergessen, dass die Kirche nur knapp zur Hälfte gefüllt war.   Michael Schäfer

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