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Geheimnisvolle Femme Schmidt

Konzert in der Musa Geheimnisvolle Femme Schmidt

Es gibt Sänger, deren Stimme plötzlich anders klingt, wenn sie singen. Bei Femme Schmidt ist das nicht so: Sogar als sie beim Konzert in der Musa „Hallo Göttingen“ in das Mikro hauchte, klang das so aufregend-verrucht wie ihre Lieder. Beim Konzert überzeugte sie mit Liedern vom neuen Album „Raw“.

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Mal sanft und verletzlich, mal voller Energie: Femme Schmidt.

Quelle: r

Göttingen. Mal sanft und verletzlich, mal voller Energie, direkt und rau – wie es schon der Titel ihres zweiten Albums „Raw“ andeutet – kommen die Songs daher. Die 26-jährige Powerfrau in dem langen, engen schwarzen Kleid umgibt ein Hauch von Geheimnisvollem, wie sie dort auf der Musa-Bühne steht, ganz nah am vorwiegend älteren Publikum.

Trotzdem selbstbewusst

Sie hat schon auf kleinen und großen Bühnen gespielt, war Support von Elton John, sang als Gast mit Lionel Richie und begleitete Bryan Ferry auf Konzerten. Doch das Popstardasein scheint sie nicht abgebrüht zu haben. „Heute abend geht mir viel mehr die Düse, ich kann jedes Gesicht sehen“, gesteht sie – und wirkt trotzdem selbstbewusst.

In ihren „Pop Noir“-Liedern beherrscht sie mal mit hymnenhaften Hooks wie im Lied „Raw“ die Bühne, wirkt dann wieder unglaublich verletzlich – fast möchte man auf die Bühne gehen und sie trösten –, wenn sie im Lied „Surround me with your love“ davon singt, wie einsam sie ist.

Langsam und geschmeidig bewegt sie sich über die Bühne, jede Gestik lädt sie mit Bedeutung auf. So auch wenn sie im Lied „Shadowman“ die Zeilen „He puts me out like a cigarette“ singt und dabei mit ihren schwarzen Highheels theatralisch eine imaginäre Zigarette austritt.

Drohend und verführerisch

Doch auch die Band hinter der Frau mit der einmaligen, weichen, rauchigen Stimme überzeugt: ob nun mit einem mitreißenden Klavierintro, hallenden Synthie-Bässen oder der instrumentellen Begleitung des jazzlastigen, energiegeladenen Songs „Boom Boom“. Darin droht Schmidt mit den Zeilen „Daddy has a gun,
 So you better be careful“ und kreist gleichzeitig verführerisch mit den Hüften.

So präsentierte Schmidt Songs sowohl vom ersten als auch vom neuen Album, aber auch Lieder, die es auf keins der Alben geschafft haben „und es trotzdem wert sind, gespielt zu werden“, so die gebürtige Berlinern.
Sie scheint während des Konzerts aufzutauen, lockerer zu werden. So lässt sie sich am Ende sogar zu spielerisch-leichtem Tanzen und zum humorvollen Flirt mit dem Gitarristen hinreißen – und zieht so auch das Publikum in ihren Bann.

Von Hannah Scheiwe

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