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Geheimnisvolle kleine Diva Schmidt

„Pop Noir“ Geheimnisvolle kleine Diva Schmidt

Sie ist so eine Person für die man den Worten „smooth“ und „cool“ gern Eingang in die deutsche Sprache gewährt, denn sie kleiden und beschreiben diese kleine Diva namens „Schmidt“ einfach wunderbar.

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Sicher und strahlend durch Choral und Arie

Gut inszeniert: Sängerin „Schmidt“ mit Band im Nörgelbuff.

Quelle: SPF

Eine undefinierbare Mischung aus Amy Winehouse, Lana del Rey und Romy Schneider, sexy und schon im jungen Alter mit einer äußerst glamourösen Ausstrahlung, ist mit einem riesigen, respekteinflößenden Tourbus angereist, um im kleinen Göttinger Nörgelbuff aufzutreten. Der platzt am Freitagabend aus allen Nähten.

Groß ist die Neugier auf die Berliner Newcomerin, die ihr Debütalbum „Femme Schmidt“ herausgebracht hat und nun mit „Pop Noir“ durch Deutschland tourt. Ihr Produzent ist Guy Chambers, langjähriger Produzent und Songschreiber von Robbie Williams. Für Schmidt brach Chambers das Versprechen, dass er nie wieder für vollständige Albumproduktionen zur Verfügung stehen werde. Er war wohl nicht der erste, der den (musikalischen) Verführungskünsten dieser knapp 23-Jährigen erlag, die ihren eigenen Musikstil prägt und diesen Pop Noir nennt. Ihre Songs klingen wie aus einer anderen Zeit, sind laut Schmidt vom Berlin der 20er-Jahre inspiriert, kommen geheimnisvoll und manchmal ein bisschen verrucht daher, atmen gleichzeitig aber moderne Urbanität.

Sie feiert den Überfluss und die Versuchung wie in „Sin City“. Ihre Kommentare untermauern dies: „Mein Leben ist ein einziger Exzess“, haucht sie lasziv und setzt den Zuschauern zu den Flöhen ins Ohr noch fixe Ideen in die Köpfe. Das hat was, wenn eine so sinnlich ist, Champagnerlaune und Dekadenz versprüht, wenn sich in der Welt da draußen alles um Effizienz, Zahlen und Leistung dreht.

Mit großartigen Musikern an ihrer Seite singt Schmidt mit dunkler, weicher Stimme Coverversionen von John Lennon und Macy Gray, überzeugt aber vor allem mit ihren eigenen Kompositionen. Ihre Darbietung schmückt sie immer wieder mit großspurigen Zitaten aus, die ihr aber verdammt gut zu Gesicht stehen: „Wie Bette Davis immer gesagt hat: Fasten your seatbelts, it‘s going to be a bumpy night“. (Legen Sie ihre Sicherheitsgurte an, es wird eine unruhige Nacht.)

Mit ihrem musikalischem Talent, ihrem Aussehen und ihrer kokett-lasziven Attitüde gelingt Schmidt die Inszenierung als Gesamtkunstwerk. Ziemlich kalkuliert spielt sie lediglich ein gut einstündiges Set, gibt eine Zugabe und verschwindet dann ganz schnell hinter einer Rauchwolke, auf dass die Aura des Geheimnisvollen nicht zerstört werde. Im November geht es dann ganz weit weg für sie: nach Australien mit Sir Elton John. It‘s going to be a bumpy flight…

Von Marie Varela

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Konzert mit viel Atmosphäre

Die toupierten Haare hängen lang herunter über die Schultern. Die Wimpern sind so lang und schwarz, dass sie nicht echt sein können. Und das Kleid glitzert verheißungsvoll. So haben Frauen in den 60er-Jahren ausgesehen. Schmidt sieht heute so aus. Auch in der Göttinger Musa.

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