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Geiger-Duo Zachłod und Tulchynsky im Göttinger GDA-Wohnstift

Klassik Geiger-Duo Zachłod und Tulchynsky im Göttinger GDA-Wohnstift

Zwei Streicher standen am Montag auf der Bühne des GDA-Wohnstifts: der Geiger Bartek Zachłod und der Bratscher Igor Tulchynsky, der zwischendurch auch zur Violine griff. Tulchynsky ist stellvertretender Solobratscher im Göttinger Symphonie-Orchester (GSO), Zachłod gehört dem polnischen Apollon Musagète Quartett an, das 2008 im ARD-Musikwettbewerb den ersten Preis gewann. Er hatte beim GSO auch vertretungsweise die Konzertmeisterposition inne.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Im Vergleich zu Streichern haben es Klavierspieler leicht. Sie können mit ihren zwei Händen und 88 Tasten ganz allein musikalische Welten aus Melodie und Begleitung erschaffen. Für einen Geiger allein ist dies fast unmöglich, sehen wir einmal von den Solo-Raritäten ab. Das Duo ist also die Kleinstform dieser Kammermusik-Sparte.

 

Drei Duos hatten Zachłod und Tulchynsky aufs Programm gesetzt: Mozarts Duo für Violine und Viola KV 423, das D-Dur-Duo für zwei Violinen des klassischen Violinvirtuosen Giovanni Battista Viotti und drei Madrigale für Violine und Viola von Bohuslav Martinů.

 

Aleksey Igudesman und Rusanda Panfili spielen "Salsa de la luna"

 

Diese Duo-Literatur fordert den Musikern mehr ab, als man auf Anhieb wahrnimmt. Anders als im Streichquartett gibt es hier kaum einmal eine Pause: Dem musikalischen Fluss sind beide Streicher stets gleichermaßen verpflichtet, er darf nie abreißen. Und wie es sich für gleichberechtigte Partner gehört, ist auch immer wieder neu zu überdenken, wer wem den Vortritt lässt, wer sich begleitend im Hintergrund hält. Diese Funktionen wechseln ständig.

 

Darauf hatten sich Zachłod und Tulchynsky intensiv vorbereitet. Mit großem Charme und intensivem Ausdruck spielten sie Mozarts Miniatur-Meisterwerk, mit bestechend locker gehandhabter Virtuosität das Viotti-Duo. Und in den drei Madrigalen von Martinů verblüfften sie darüber hinaus mit lupenreiner Präzision auch in den vertracktesten Rhythmen, ließen im betörenden langsamen Satz wunderbar flirrende Klangflächen leuchten.

 

Den Satz „Kommen Sie wieder“ hörte man im begeisterten Schlussapplaus deutlich. Eine kubanische Delikatesse servierten Zachłod und Tulchynsky als Zugabe: „Salsa de la luna“ für zwei Violinen von Aleksey Igudesman.

 

Von Michael Schäfer

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