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Von magischer Schönheit

Geigerin Hannah Epperson Von magischer Schönheit

Schon im Januar hat Hannah Epperson mit Stimme, Violine und Loopstation die Besucher im Nörgelbuff verzaubert. Nun kehrte sie mit dem ersten Teil ihres zweiteiligen neuen Album-Projekts „Slowdown // Upsweep“ im Gepäck zurück. Den Support machte das gerade neu gegründete deutsch-dänische Duo Vil.

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Hannah Epperson

Quelle: HW

Göttingen. Die Dänin Maria Bay Bechmann und der deutsche, in Island lebende, Julius Rothlaender, eröffnen den Abend. 14 Tage lang haben sie gemeinsam in Rothlaenders Studio in Reykjavik experimentiert. Daraus sind vier Songs entstanden und das Projekt Vil war geboren. Ihr erstes komplettes Album soll im Februar 2017 erscheinen.

Mit Keyboards und E-Gitarre erzeugen sie verträumte melodische Klangbilder wie vorbeiziehende Landschaften, mit entspannter Leichtigkeit in Slow Motion performt. Mal erklingt dazu zart ein Xylophon, mit einem Wandspachtel werden perkussive Geräusche eingestreut oder eine elektrische Zahnbürste sorgt für sphärisch verzerrte Klänge an der Gitarre. So kreieren sie kleine Soundscapes voll inspirierender Schönheit, über denen die klare Stimme von Bechmann schwebt. Ein verheißungsvolles Projekt, das eine harmonische Brücke zum Auftritt von Hannah Epperson schlägt.

Epperson ist eine kreative Künstlerin. Die Sängerin und Geigerin wurde in Utah geboren, lebte eine Zeit in Vancouver und ist dann nach New York gezogen. An unterschiedlichen Orten Nordamerikas war sie an Tanz- und Filmprojekten beteiligt, arbeitete mit Dichtern zusammen und zeigte sich aufgeschlossen für unterschiedliche musikalische Stilrichtungen.

Daraus hat die Autodidaktin mit Geige, hoher zarter Stimme und Loopstation einen ganz eigenen Sound mit wunderschön versponnenen, modernen Klanglandschaften zwischen klassischer Musik und Indie-Pop entwickelt, verortet unter dem Begriff Neo-Klassik. Ihrer Violine entlockt sie dazu ein faszinierendes Klangspektrum. Fein gezupft oder gestrichen klingt diese mittels Dopplungen vielstimmig wie eine kleines Orchester. Mit großer Gestik und vertrackt akzentuierten Rhythmen fügt sich erstmals Jason Burger am Schlagzeug als kongenialer Begleiter einfühlsam und effektiv in ihre Musik.

Epperson ist auch eine sympathische Erzählerin. Sie singt mit geschlossenen Augen und angezogenem Bein wie ein Flamingo dastehend. Mit ihrem sich in Schleifen wiederholenden Violinspiel erzeugt Epperson Klangcollagen von meditativer Stimmung, nur hin und wieder aufgebrochen durch ihre sich anhebende, klagende Stimme und den begeisterten Applaus der andächtig lauschenden Besucher zum Ende der Songs. Ein Abend voller magischer Stimmen und Klänge. lin

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