Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Gerald Hüther mit neuem Buch

Das Gehirn als soziales Konstrukt Gerald Hüther mit neuem Buch

Der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther hat in zahlreichen populärwissenschaftlichen Büchern gezeigt, wie man komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge aus der Hirnforschung verständlich darstellen kann.

Voriger Artikel
Die Geschichte des Vogler-Quartetts: „Eine Welt auf 16 Saiten“
Nächster Artikel
Erste Sonderausstellung in der neuen Grimmwelt Kassel

Gerald Hüther 

Quelle: Pförtner

Göttingen. Das bestätigt er in seinem neuen Werk „Etwas mehr Hirn, bitte“, das er beim Literaturherbstes vorstellt.

Hüther betätigt sich darin als Analyst gesellschaftlicher Entwicklungen und Ideengeber für Veränderungsprozesse. Der Mensch ist ein soziale Wesen. Sein Gehirne läuft erst zu Höchstform auf, wenn es als das genutzt wird, was es ist: ein soziales Konstrukt. Warum das so ist, erklärt Hüther einmal mehr auf Basis neurowissenschaftlicher Forschung aber in Form gut verständlicher Beispiele aus dem Alltagserleben.

Kinder entwickeln ihr Gehirn ganz spielerisch und voll von sich selbst verstärkendem Enthusiasmus im gemeinsamen Entdecken und Denken, im Miteinander von Gefühlen und Aktion. Das wünscht sich Hüther auch von Erwachsenen, wie schon der auffordernde Buchtitel klarmacht. Gerade die drängenden Probleme der Welt von heute seien nur durch eben jenes Nutzen des gemeinsamen Denkens lösbar und damit quasi mit einer Vernetzung der Gehirne.

Jeder Mensch mit seinem Denken ist damit bedeutsam. Der Autor begibt sich dann weg von gewohntem Terrain und kritisiert: „Wir begegnen einander allzu oft nicht mehr als Subjekte, sondern (…) als Objekte.“ Eine Feststellung, die aktuell auch von Papst Franziskus stammen könnte, selbst wenn beide ihr Resümee vor einem anderen gedanklichen Hintergrund ziehen.

Hüther plädiert dafür, auf andere zuzugehen, gemeinsam zu gestalten und damit das kindliche Leuchten in den Augen zu wecken, wenn etwas funktioniert. Möglicherweise gelänge es so, grundlegende Veränderungsprozesse im gesellschaftlichen Miteinander voranzutreiben.

Gerald Hüther stellt sein Buch im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes am Sonntag, 18. Oktober, um 11.15 Uhr im Deutschen Theater vor.

Gerald Hüther: „Etwas mehr Hirn, bitte“, Vandenhoeck & Ruprecht, 187 Seiten, 19,99 EUR.

Von Isabel Trzeciok

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff