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„Mehr Spaß, mehr Gaudi“

Gerhard Polt und die Well-Brüder bei der „Spötterdämmerung“ „Mehr Spaß, mehr Gaudi“

„Wir sehen das als Ferien“, sagt Michael Well und lacht. Mit seinen Brüdern Christoph und Karl kommt er am Sonntag, 6. August, zu einem Auftritt in die Göttinger Stadthalle: Gemeinsam mit Gerhard Polt präsentieren die „Wellbrüder aus´m Biermoos“ das Programm „Gehobene Unterhaltung mit humanitärem Beigeschmack“.

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Michael Well (rechts) mit seinen Brüdern Karl (links) und Christoph (2. Von rechts) und Gerhard Polt (2. Von links).  

Quelle: r

Göttingen. "Wir machen, was uns Spaß macht“, erklärt Michael Well im Telefongespräch. Polt ist inzwischen 75 Jahre alt, seine Auftritte werden rarer. Er und die Well-Brüder kennen sich seit 1979. Am Anfang seinen sie nicht so häufig aufgetreten, dann sei es immer mehr geworden. Gerade haben sie in den Münchner Kammerspielen an drei Abenden hintereinander ihr Programm „Ekzem Homo“ gespielt. „Ein sehr schönes Theater“, sagt Well. Doch jetzt seien sie ein bisschen erschöpft.

Ab Donnerstag stehen dann Auftritte beim „Schleswig-Holstein Musik Festival“ an, und auf dem Rückweg dann das Gastspiel bei der satirischen Veranstaltungsreihe „Spötterdämmerung“ zu Ehren des großen Spötters Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799). „Wir sind immer gerne in Göttingen“, sagt Well. Und: „Es macht halt mehr Spaß, miteinander wegzufahren“.

Gute Erinnerungen haben sie an die Stadt. Well zählt auf: „Der Elch, die schöne Verleihung, das sehr interessierte Publikum, die Studentenstadt, ein sehr reges Kulturamt und selbstverständlich Lichtenberg.“ Diesmal stellen sie ihr Programm „Gehobene Unterhaltung mit humanitärem Beigeschmack“ vor, ein Abend mit viel bajuwarischem Kolorit.

Den „humanitären Beigeschmack“ haben sie der eher hilflosen Stellungnahme einer bayerischen Sozialministerin entnommen. Sie und ihr Ehemann hatten in der Forensik Modellautos herstellen lassen und für viel Geld verkauft. Von „einem verurteilter Mörder in ihrer Privatwohnung“, berichtet Well. Die Rechtfertigung der Ministerin: Alles, was ihr Mann mache, habe einen humanitären Beigeschmack“, so Well, und er erklärt: „Oft entwickeln die Leute eine Hybris. Sie meinen, für die Gesellschaft einen riesen Dienst zu leisten und merken gar nicht, wie sie sich selbst bereichern.“ Das gebe es „allerorten, aber in Bayern besonders“.

Um die Abgründe der Bayern soll es also am Sonntagabend in der Stadthalle gehen. Seine Landsleute seien „offen für guten Humor“, meint Well, „aber auf der anderen Seite eine unglaubliche Dumpfheit, da zieht’s einem die Fußnägel hoch“. Filz gebe es auch überall, „aber besonders in Bayern“. Da werde Korruption verziehen wie bei der Amigo-Affäre damals um Franz Josef Strauß. Well: „Hauptsache, die Unterhaltung stimmt.“

Dass Polt inzwischen weniger Auftritt, kann Well gut nachvollziehen. „Er ist halt auch gerne privat.“ Anders als Dieter Hildebrandt, bei dessen Tod noch 130 Auftritte offen gewesen seien. „Es muss sich die Waage halten“, meint Well.

Als Biermösl Blosn haben Michael und Christoph im Jahr 2008 den „Göttinger Elch“ verliehen bekommen. Nach der Trennung von Bruder Hans stieß Bruder Karl zu den Verbliebenen. Als „Well-Brüder aus’m Biermoos“ machen sie weiterhin bayerische Volksmusik mit politischen und satirischen Texten, perfekt für einen Zusammenarbeit mit dem großen Humoristen Gerhard Polt.

Karten für den Auftritt von Gerhard Polt und den Well-Brüdern gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

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