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Gerrit Zitterbart mit Musik-Kabarett im Göttinger Clavier-Salon

Schmunzler und Lacher Gerrit Zitterbart mit Musik-Kabarett im Göttinger Clavier-Salon

„Lauter Unsinn“ im Clavier-Salon hat Gerrit Zitterbart nicht geliefert. Unter dem Etikett Unsinn machte er vor ausverkauftem Haus mit 60 Plätzen eine musikalische Reise durch Raum und Zeit mit einer ehrenvollen Verulkung ihrer wirklichen Größen. Dabei bewegte er sich tasten- und wortgewandt durch die Musikrichtungen von Bach bis Gershwin.

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Wäre gerne Tanztee-Pianist: Gerrit Zitterbart.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Als hätte er Mitspieler im Publikum, kam das Stichwort: Man fängt an mit einem Präludium an, danach muss die Fuge folgen. Das Präludium C-Dur und die Fuge c-Moll lieferte Zitterbart wunschgemäß. Schnell folgte die nicht unkomplizierte Mazurka von Klavierpädagoge und Brahms-Freund Theodor Leschitzky.

Danach unterhielten sich bei diesem Komponisten zwei Lerchen im Stil der Kaffeehausmusik. Für Zez Confreys Piano-Sketch auf eine Symphonie von Tschaikowsky erntete Zitterbart Schmunzler und Lacher. „So klingt es, wenn ein Amerikaner einen Russen kopiert“, setzte er als kleine Spitze obenauf.

Dass Plagiate früher schon Thema waren, bewies sein Programm in voller Güte. Auch Süßholzraspeln sei  manchmal notwendig. Und doch: Die Starsopranistin Cecilia Bartoli hatte Zitterbart nicht gewinnen können. Er war es, der den Applaus einheimste.

„Eigentlich habe ich meinen Beruf verfehlt“

Bis in den Jazz führte Zitterbart seine Zuhörer nach der Pause. Bei allen Komponisten der ernsten Musik klinge der Jazz viel moderner, beschrieb er. Als einen der ersten französischen Komponisten, die ein Stück spielerisch unter dem Einfluss der Marching Bands komponierten, nannte er Claude Debussy mit seinem Stück „The little negroe“.

„Eigentlich habe ich meinen Beruf verfehlt“, sagte Zitterbart. Immer habe er Musiker beneidet, die zum Tanztee aufspielten. Sie müssten nicht so viel reisen wie er. Mit dem Clavier-Salon habe er nun seinen Kompromiss gefunden. Für seine Frau spielte er „Tune für Mademoiselle“ von Zez Confrey und brillierte zum Schluss mit dessen „Dizzy Fingers“.

Ein Glanzlicht hatte Zitterbart sich aber für die Zugabe aufgehoben – mit der höchst anspruchsvollen Parodie einer Beethoven-Sonate von Dudley Moore. Auch für diese Wahl und den zugespitzten Vortrag erntete der Klavierunterhalter viele Lacher und begeisterten Applaus.

Von Ute Lawrenz

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