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Gespräch mit dem Konzertveranstalter Karsten Jahnke

„Jazz ist nicht das lukrativste Segment“ Gespräch mit dem Konzertveranstalter Karsten Jahnke

Er kann auf so einiges zurückblicken mit seinen nun bald 77 Jahren: Karsten Jahnke hat Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts aus Sicht eines Konzertveranstalters erlebt.

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„Als Veranstalter mit geliehenem Geld zu veranstalten, ist das Tödlichste“: Karsten Jahnke hat Erfahrung.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. An den vielen damit verbundenen Geschichten und Einsichten hat er am Dienstabend das Publikum im Literarischen Zentrum teilhaben lassen. Befragt wurde er dabei von Musikjournalistin Sarah Seidel. Zusammen haben sie es geschafft, dem Namen auf so vielen Konzert-Karten ein Gesicht und eine Geschichte zu geben.

Jahnkes persönliche musikalische Vorliebe, der Jazz, spiegelt sich auch in seinem Konzertprogramm wider und war wesentlicher Anlass, ihn im Rahmenprogramm des Jazzfestivals nach Göttingen einzuladen. Dabei gab sich Jahnke als langjähriger Freund des klassischen englischen Jazz zu erkennen. So war es, wie er zu berichten wusste, ein echter Glücksfall, dass er auch über den Jazz in sein Geschäft einsteigen konnte – zunächst unter anderem mit Konzerten im Hamburger Stadtpark.

Sehr offen hat Jahnke auch über Risiken und finanzielle Problem Auskunft gegeben, vor denen auch ein langjähriger Konzertveranstalter nie ganz gefeit ist. So lautete sein klares Statement: „Als Veranstalter mit geliehenem Geld zu veranstalten, ist das Tödlichste.“

Dass es sich bei den finanziellen Gewinnern des Geschäfts gar nicht immer um die großen Namen handelt, erläuterte Jahnke sehr anschaulich. Ein Ein-Mann-Konzert mit geringem technischem Aufwand wie von Reinhard Mey werfe beispielsweise deutlich mehr Gewinn ab, als aufwendige Produktionen mit vielen Beteiligten wie etwa die von Peter Gabriel. Und, man hat es immer schon geahnt: „Jazz ist nicht das lukrativste Segment.“

Schnell war klar: Wer Jazz-Konzerte veranstalten will, muss mit Leidenschaft und viel eigenem Engagement dabei sein und auch mal nein sagen können. Das richtige Bauchgefühl spielt offensichtlich auch eine große Rolle, damit das Veranstalten nicht gleich in der Pleite endet.

Von Isabel Trzeciok

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