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Gitarrenspiel mit viel Witz und Charme

Zehnte Göttinger Gitarrennacht Gitarrenspiel mit viel Witz und Charme

Noch am Nachmittag des Sonnabends stand der Erfolg der zehnten Göttinger Gitarrennacht im Alten Rathaus auf der Kippe. Zugverspätungen und Krankheit brachten die Organisatoren zum Schwitzen, doch am Ende wurde alles mehr als gut.

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Mal gemütlich, mal rasant: Herbert Wegener und Peter Funk (rechts) überzeugen mit ihrem Programm das Publikum.

Quelle: Vetter

Mit sanften Liebesliedern eröffnet Miguel Guldimann den Konzertabend. Sein ursprünglich angekündigter Partner konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten, mit dem indischen Bansuri-Spieler Sujay Bobade konnte noch rechtzeitig ein Ersatzmann gefunden werden. Die Klänge seiner indischen Querflöte vermischen sich elegant mit Guldimanns Spiel, das Duo spielt stets sanft und bedacht. Die Flüsse und Landschaften, die in den Stücken beschrieben werden, scheinen zum greifen nah.

Im Anschluss treten mit sichtbar viel Spaß bei der Sache die Organisatoren der Gitarrennacht auf. Peter Funk und Herbert Wegener oder „Funk und Wegener“, wie sich das Duo nennt, können mit vertrauten Blues-Klängen, vor allem aber mit abwechslungsreichen Eigenkompositionen und einer 83 Jahre alten Gitarre überzeugen. Mal geht es gemütlich, mal rasant zu. „In 80 Takten um die Welt“ lautet ihr Motto. So enthält ihr Repertoire sowohl Stücke, die karibisches Flair erzeugen, als auch das Harry-Lime-Thema von Anton Karas.

Höhepunkt des Abends ist jedoch unbestritten der letzte Künstler des Abends: Adam Rafferty aus New York. Mit großartigem Gitarrenspiel und einer gewaltigen Portion Witz und Charme zieht er das Publikum in seinen Bann. Immer wieder erntet er Zwischenapplaus und Jubelrufe. Raffertys Programm ist vielfältig. Angefangen mit einer beeindruckenden Beat-Box-Einlage, mit der er sein Spiel unterstützt, gefolgt von rasanten Eigenkompositionen, die jede Menge Spaß vermittelten, zeigt er immer neue Facetten des Gitarrenspiels. Er beherrscht sein Instrument in allen Disziplinen, das beweist er mit langsamen Balladen, wie dem Jackson Five Song „I’ll be there“, und mit Adaptionen von Popsongs von Abba und den Beatles.

Doch nicht nur sein Gitarrenspiel sorgt für ausgelassene Stimmung, auch die kleinen Anekdoten, die Rafferty zwischen seinen musikalischen Einlagen in einer Mischung aus Deutsch und Englisch zum besten gab, unterhalten das Publikum. Zum krönenden Abschluss gelingt es ihm schließlich mit seiner Zugabe des Michael Jackson Hits Billie Jean den Saal zum Mitsingen zu bewegen. Mit „She’s leaving home“ von den Beatles verabschiedet sich der Gitarrenkünstler von den über 200 Zuhörern.

„Eine ganz tolle Idee diese Gitarrennacht“, urteilte Guldimann über die Veranstaltung. Die Meinung teilt auch das Publikum, das die Gitarrennacht mit begeistertem Applaus bedachte.

Von Tina Evers

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