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Gitarrenvirtuose: Tom James im Göttinger Apex

Außergewöhnliches Talent Gitarrenvirtuose: Tom James im Göttinger Apex

Der 22 Jahre alte Tom James aus Falmouth bei Cornwall ist Gitarrist und schreibt Songs. In seiner noch jungen Karriere bespielte er inzwischen nicht nur halb Europa, sondern auch die großen Festivals in England. Zur Vorstellung seiner neuen EP „Blood to Gold“ war er jetzt zu Gast auf der Kulturbühne im Apex.

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Tom James auf der Kulturbühne im Apex Göttingen

Quelle: Heller

Göttingen. Ein großes Drumset und drei Gitarren stehen auf der Bühne. Und mit James tritt innerhalb kurzer Zeit nach dem Kanadier Calum Graham ein weiterer blutjunger, hochbegabter Gitarrist und Sänger im nahezu ausverkauften Apex auf. Etwa die Hälfte der Besucher ist über das Kulturticket gekommen. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass das Apex auch für ein jüngeres Publikum attraktiv geworden ist.

 

James, offensichtlich mit außergewöhnlichen Talent gesegnet, ist mit seinem Freund, dem Schlagzeuger Brinley Hall, auf Tour. Seit Februar sind sie fast ununterbrochen unterwegs. Die dynamischen Songs seiner jüngsten Veröffentlichung sind vielschichtig und bewegen sich auf einem musikalisch sehr hohen Singer/Songwriter-Niveau.

 

Zu Beginn Dann erklingen schwebende Klänge vom Tablet, ein E-Gitarrenintro, das an Pink Floyd erinnert, dazu trockene, rollende Drums und diese sehr markante, sehr reife Stimme. Übergangslos wechseln die beiden Musiker ins nächste Stück und James zur akustischen Gitarre. Sein Tapping, eine Anschlagtechnik, bei der die Gitarrensaiten liegend mit den Fingern angeschlagen werden, erinnert ebenfalls an Calum Graham. Dabei erzeugen die beiden Musiker einen sehr dynamischen, raumfüllenden Klang, knackig und transparent abgemischt von der gewohnt guten technischen Betreuung im Apex. Das Alles kommt sehr entspannt rüber. James scheint scheinbar mühelos über die Saiten zu gleiten.  Dabei trägt er die Gitarre wie eine Konzertgitarre vorm Bauch und nicht lässig in Hüfthöhe, wie sonst bei Rockgitarristen üblich. Neben seinen eigenen Stücken gibt es mit „I can᾽t make you love me“ auch ein sehr eindringliches Bonnie-Raitt-Cover. Die Stücke schlagen fast sinfonisch dramatische Spannungsbögen mit plötzlichen Breaks und oft abruptem Ende, getragen von dieser mächtigen Stimme, die so gar nicht zu dem eher schmächtigen Körper passen will. Mit kurzweiligen Kommentaren überbrückt James immer wieder die Gitarrenstimmphasen. In England gäbe es zu viele Musiker und zu wenig Musikliebhaber, erzählt er, „So thank you Germany!“ Das Publikum bedankt sich mit frenetischem Applaus für einen beeindruckenden Auftritt.

 

Von Jörg Linnhoff

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