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Schlagerstar mit dem Blues

Gitte Haenning in Northeim Schlagerstar mit dem Blues

Mit ihrem Programm „All by Myself“ hat die dänische Sängerin Gitte Haenning am Freitag das Publikum in der Northeimer Stadthalle begeistert. Zusammen mit einer vierköpfigen Band spielte sie Neubearbeitungen ihrer Schlager-Hits wie „Ich will einen Cowboy als Mann“ und „Lampenfieber“ sowie Klassiker aus dem Jazz und Swing.

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Gitte Haenning

Quelle: Jim Rakete/Universal

Northeim. Gleich zu Beginn überraschte Haenning mit einer sehr rockigen Version eines schwedischen Volkslieds, dessen Titel sie mit „In meiner Jugend“ übersetzte. „Ich bin selbst zu einem Viertel Schwedin“, verriet sie. Ihrer nordischen Heimat widmete sie außerdem den Popsong „Salz in der Luft“, der von der Meeresbrise rund um Skagen am nördlichsten Zipfel Dänemarks inspiriert sei.
Dass sie sich auf der Bühne genauso wohlfühlt wie am Nordseestrand bewies Haenning mit ihrer unbändigen Energie und einem feinen Sinn für Inszenierung. Sogar ihr schauspielerisches Talent zeigte sich, als sie zum Song „Liebster“ die verzweifelt liebestolle Frau mimte, die von einem Musiker zum anderen taumelt. „Meine Mutter sagte: Sich zu verlieben ist ganz leicht, zu lieben ist Schwerstarbeit“, erzählte sie.
Mit „Heimatlos Melancholisch“ und „Ich will alles“ präsentierte Haenning Lieder aus ihrem 2010 erschienenen Album „Was ihr wollt“, dem insgesamt Vierzehnten in ihrer Karriere, neben mehreren Life-Alben. Dass so eine Karriere auch komische und absurde Momente mit sich bringt, bewies sie mit der Anekdote, wie sie in den 60er-Jahren bei der Eröffnung eines Casinos in Baden-Baden auf den „berühmten Beinen“ von Marlene Dietrich gesessen und versucht habe, sich möglichst leicht zu machen.
Der zweite Teil des Abends stand ganz unter dem Zeichen des Jazz und Swing. Aus ihrer Studioproduktion „Misty“ von 2007 spielte sie mehrere Adaptionen bekannter Jazz-Songs, darunter „Sentimental Journey“ von Doris Day und „Willow Weep for me“ von Billie Holiday. Mit sehnsuchtsvoll zarter Stimme sang sie „Lover Man“. Kraftvoll und sehr vielseitig schaffte sie es, jedem Stück ihre ganz eigene Note zu verleihen.
Mal rauchig und „verjazzt“, mal Jazz mit poppiger Note: Haennings präsentierte ihr enormes Repertoire in all seinen Facetten. Eines von vielen Highlights war ein Tempo-reicher Swing-Medley mit Songs von William Allingham und Benny Goodman. Unterstützt wurde sie dabei von ihrer hervorragenden Band um Friedemann Matzeitn, der immer wieder mit Soli am Saxophon begeisterte. Benedikt Reidenbach zeigte sein Können an der E-Gitarre und Björn Werrer wechselte mehrmals von der Bass-Gitarre an das Kontrabass.
Einen gefühlvollen Abschluss lieferte Haenning mit „Blowing in the Wind“, dessen erste Strophe sie ganz ohne instrumentale Begleitung sang, und „A Song for you“. Das Publikum verabschiedete sie mit stehenden Ovationen. 

Von Jana Probst

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