Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Götter der Antike mit knallbunten Ornamenten

Skulpturenausstellung Götter der Antike mit knallbunten Ornamenten

Antike Skulpturen waren nicht weiß, sondern knallbunt. Dies zeigt die spektakuläre Ausstellung „Bunte Götter“, die seit dem Jahr 2003 weltweit in 15 bedeutenden Museen gezeigt wurde, unter anderem in München, Rom, Istanbul, Athen und Los Angeles. Jetzt sind die farbigen Rekonstruktionen erstmals in Niedersachsen zu sehen, in der Gipsabdrucksammlung des Archäologischen Instituts der Universität Göttingen.

Voriger Artikel
Deutsch-französisches Konzert mit Neuer Musik
Nächster Artikel
Regie in Göttingen, Auftritt in Japan

Kostbarer als Marmor: Farben, mit denen die Götterstatuen bemalt wurden.

Quelle: Rink

An allen Stationen erzielte die Schau Besucherrekorde. Insgesamt strömten über eine Million Menschen in die Ausstellung, allein 250 000 Besucher waren es im vergangenen Jahr im Pergamonmuseum in Berlin.

Die 1767 gegründete Sammlung ist eine der weltweit größten Sammlungen maßgetreuer Reproduktionen berühmter antiker Skulpturen. Sie umfasst etwa 2000 originalgetreue Abgüsse, deren Originale auf weit über 150 Museen in der ganzen Welt verteilt sind.
Das Göttinger Institut kooperiere bereits seit längerem mit den Initiatoren der „Bunte-Götter“-Ausstellung und habe dafür auch Abgüsse gefertigt, sagt der Kustos der Sammlung, Daniel Graepler. Initiatoren des spektakulären Ausstellungsprojekts sind Professor Vinzenz Brinkmann, der Leiter der Antikensammlung des Liebighauses in Frankfurt/Main, und seine Frau Ulrike Koch-Brinkmann, die jetzt auch den Aufbau der Ausstellung in Göttingen betreut.

„Das Archäologische Institut in Göttingen ist sehr renommiert und ein sehr guter Platz für diese Ausstellung“, sagt die Archäologin. Die Besucher haben hier einen direkten Vergleich zwischen den weißen Skulpturen aus der Göttinger Sammlung, die dem von Winckelmann propagierten klassizistischen Schönheitsideal entsprechen, und den bunten Rekonstruktionen. Die Bemalungen beruhen auf den jahrzehntelangen Polychromie-Forschungen von Vinzenz Brinkmann, der mit modernen naturwissenschaftlichen Methoden hunderte antike Kunstwerke auf Farbspuren hin untersucht hat und dabei auf eine verblüffende Vielfalt der Farben und Ornamente gestoßen ist.

„Farben waren früher sehr kostbar, teilweise viel wertvoller als Marmor“, sagt Ulrike Koch-Brinkmann. „Die Griechen waren Meister darin, durch Ornamente die Plastizität und Schönheit des Körpers herauszuarbeiten.“ Ziel der Rekonstruktionen ist die bestmögliche Annäherung an das einstige Erscheinungsbild. Nicht in allen Fällen lässt sich dieses eindeutig feststellen. Bei einigen Exponaten bieten die Ausstellungsmacher auch mehrere Möglichkeiten an, wie die Skulptur einmal ausgesehen haben könnte, beispielsweise bei einem Brustpanzer, der einmal golden und einmal ockerfarbig bemalt ist.

Dass die „Bunten Götter“ nach Göttingen kommen, liegt auch an der Initiative der hiesigen Archäologie-Studenten, die großes Interesse an der Arbeit der Ausstellungsmacher zeigten. Inzwischen hat Ulrike Koch-Brinkmann hier bereits mehrere Seminare gegeben und die Studenten mit den speziellen Mal- und Rekonstruktionstechniken vertraut gemacht: „Damit ist Göttingen ein Vorreiter auf diesem Gebiet, während andere Institute immer noch so weitermachen wie bisher.“

Die Ausstellung ist vom 6. März bis zum 31. Juli in den Räumen der Gipsabdrucksammlung des Archäologischen Instituts der Universität Göttingen, Nokolausberger Weg 15, jeweils sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Für Gruppen sind weitere Termine nach Vereinbarung möglich. Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 6 März, um 11.15 Uhr sprechen Universitätspräsidentin Professor Ulrike Beisiegel, der Direktor des Archäologischen Instituts, Professor Johannes Bergemann, der Kustos der Gipsabdrucksammlung, Daniel Graepler, und der Initiator der Ausstellung, Professor Vinzenz Brinkmann (Frankfurt).

Von Heidi Niemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Künstleratelier: Leena Krüger