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Göttigner Schriftsteller gewinnt Buchpreis

Guntram Vesper Göttigner Schriftsteller gewinnt Buchpreis

Mit Guntram Vesper hat sich ein Altmeister beim Preis der Leipziger Buchmesse durchgesetzt. Die Jury würdigte ein wahres Lebenswerk.

Von Frohburg aus hat sich Vesper auf eine lange Reise in die deutsche Geschichte begeben.

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Buchpreisträger Guntram Vesper.

Quelle: dpa

Leipzig. In seinem 1000-Seiten-Roman, den er schlicht nach seiner sächsischen Geburtsstadt benannt hat, spürt der 74-Jährige seinen Wurzeln nach. Faktenreich, detailliert, akribisch. Es ist Autobiografie und übervolles Geschichtspanorama in einem.

Für sich geschrieben

Mit diesem - im wahrsten Sinne des Wortes - Lebenswerk hat Vesper am Donnerstag den mit 15 000 Euro dotierten Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik gewonnen. „Ich bin völlig überrascht“, sagt Vesper nach der Preisverleihung. Die ersten 100 Seiten des Buches habe er eigentlich für sich geschrieben. „Aber dann hat sich das entfaltet.“

Sechs, sieben Jahre lang hat er an „Frohburg“ gearbeitet. „Das Schreiben ist für mich zur Lebensform geworden. Ich habe gelebt, indem ich schrieb.“ Mit seinem monumentalen Werk hat Altmeister Vesper, der schon in der Gruppe 47 vorlas, junge Konkurrenten wie Nis-Momme Stockmann oder Roland Schimmelpfennig distanziert.

„Ästhetik des Verknüpfens“

Die Jury würdigte „Frohburg“ als „Opus magnum“ und „Mammutwerk“. Es ist vor allem die unglaubliche Fülle an Geschichte und Geschichten, die die Kritiker beeindruckt hat. Vesper habe dies alles meisterlich geformt. Seine Sätze folgten einer „Ästhetik des Verknüpfens“. „Man spürt beim Lesen manchmal gar nicht, wie gleitend diese Sätze einen durch die Zeiten und Geschichten, Namen und Schauplätze tragen“, sagt Laudator Dirk Knipphals.

Vesper ging 1957 mit seiner Familie nach Westdeutschland, lebt in Göttingen. Immer wieder kehrte er aber in seine sächsische Heimat, in die vom Braunkohleabbau geschundene Provinz zwischen Leipzig und Chemnitz zurück. Dass Sachsen inzwischen vor allem mit Fremdenfeindlichkeit Schlagzeilen macht, hat Vesper natürlich registriert. „Ich kenne doch meine Landsleute“, sagt er. „Sie sind gemütlich, haben Herz und Gefühl. Aber wenn das kippt, dann möchte man nicht unbedingt ihr Nachbar sein. Aber das gibt’s im Westen auch.“

Von Birgit Zimmermann

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