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Earl Mobilé Orchestra und Turbo Sapienowa im Nörgelbuff Göttingen

Tanzbarer Jazz und Hochgeschwindigkeitspolka Earl Mobilé Orchestra und Turbo Sapienowa im Nörgelbuff Göttingen

Dass Jazz tanzbar sein und Spaß machen kann zeigt das Göttinger Earl Mobilé Orchestra mit seiner Mischung aus neu arrangierten Jazzstandards und Eigenkompositionen mit Elementen aus Balkan-, Swing- und Latinmusik. Auch die Musik von Django Reinhardt hat sie beeinflusst.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Nach Straßenmusiktouren durch Südeuropa und vielen Auftritten zuletzt auch beim Göttinger Jazzfestival gastierten die Musiker nun zusammen mit der Gießener Band „Turbo Sapienowa“ im prall gefüllten Nörgelbuff.

Mit ihrer dynamischen Show und den perfekt arrangierten Stücken bringt das Kleinorchester das Publikum sofort in Bewegung. Das Septett, bestehend aus Joachim Berchtold an der Geige, Alex Hensel am Piano, Berthold Schmöcker am Tenorsaxophon, Frida Meissner an der Trompete, Igor Penner an der Gitarre, Pablo Buchholtz am Bass und Markus Wichert am Schlagzeug, hat sichtlich Freude am eigenen Spiel. Rasant lösen sich die Melodieinstrumente mit kleinen solistischen Einlagen ab. Das Violinspiel von Berchtold trägt in den ruhigeren Passagen folkloristische Züge. Das Saxophon verliert sich kurzzeitig auch mal in einer freien Improvisation. Aber immer wieder finden sie schnell zurück zu ihrem virtuosen, kraftvollen Zusammenspiel. Zu „Na Tanzplotschschadke“ wird mit dem Salto schlagenden Plüschhund Fiffi unter lautem Applaus das heimliche achte Bandmitglied vorgestellt. Mit einem Heavy-Metal-Stück und einem flotten Charleston spielt sich die Band für mehrere Zugaben warm. So bringt sie den Jazz auch einem Publikum nah, das diese Musik bisher vielleicht eher nicht für sich entdeckt hat. Ein musikalisch feines Konzert mit großem Spaßfaktor.

Auch von diversen Staus auf der Autobahn hat sich Turbo Sapienova nicht abhalten lassen, den Abend stürmisch zu eröffnen. Sie haben sogar ihren eigenen kleinen Fanblock mitgebracht. Stilgerecht folkloristisch gekleidet spielen sie Vollgaspolka und Balkan-Beats mit russischen Texten. Die Band um die stimmgewaltige moldawische Sängerin Ina Pleska und den Multiinstrumentalisten und Sänger Constantin Pukownik lässt von Beginn an keine Zweifel aufkommen, worum es in ihrer Darbietung geht. Ganz im Sinne ihres Bandnamens stehen alle sieben Musiker für vollen Einsatz auf der Bühne. Saxophon, Geige und Trompete übernehmen im Wechsel die Melodie zu messerscharf gesetzten Breaks, der Rest ist Rhythmus pur. Wenn das Tempo mal kurzfristig rausgenommen wird, gehen die ruhigen Passagen leider im Dauergemurmel des Publikums leicht unter. Auch ihre Stücke sind perfekt arrangiert, wirken in der Folge jedoch etwas eintönig. Dem Publikum war dies egal. Es hatte sichtlichen Spaß an diesem kollektiven Tanzvergnügen.

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