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Agrippina für alle

Händel-Festspiele Agrippina für alle

Eine Kaiserin, die ohne jeden Skrupel ihren Sohn auf den Thron bringen will, eine  Frau, die einen Märtyrertod stirbt.  „Heldinnen!?“ ist das Motto der diesjährigen Göttinger Händel-Festspiele vom 14. bis 25. Mai. Starke Frauen stehen im Mittelpunkt der Produktionen. Bei der Oper fiel deswegen die Wahl auf „Agrippina“. Im Oratorium Theodora ist die Heldin bereit für ihren Glauben zu sterben. Das junge Ensemble Ghislieri Musica aus Pavia, Italien, und die Sopranistin Maria Espada zeichnen das Bild der leidenden Gottesmutter.

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Großes Bündnis: Förderer und Veranstalter der Göttinger Händel-Festspiele.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Agrippina sei eine fantastische Figur, sagt der Regisseur der Oper, Laurence Dale. Dramatisch und auch komisch, toll für jeden Regisseur. Eine Heldin? „Vielleicht nicht“, so der Engländer, „sie ist furchtbar.“ Intrigant und heuchlerisch. Premiere hat die Oper am Freitag, 15. Mai, im Deutschen Theater. Es spielt das Festspiel-Orchester mit Laurence Cummings, dem künstlerischen Leiter der Händel-Festspiele. Über die Zusammenarbeit mit Cummings ist Dale begeistert. Er habe eine unglaubliches dramatisches Gefühl für Intensität und das Momentum von Händels Musik.

Großartige Solisten, so Tobias Wolff, Geschäftsführer der Göttinger Händelgesellschaft, seien engagiert, unter anderem die Mezzosopranistin Ulrike Schneider als Agrippina und der Countertenor Christopher Ainslie als Ottone. Am Sonntag, 24. Mai, wird es auch wieder eine Familienfassung der Agrippina in der Stadthalle geben. Die Moderation hat wie in den vergangenen beiden Jahren Juri Tetzlaff übernommen. Und am Freitag, 22. Mai, gibt es das Public Viewing „Agrippina für alle“ in der Lokhalle.

Künftig wird das Staatstheater Oldenburg die Oper aus Göttingen übernehmen. So könne man der Produktion ein weiteres Mal „Leben einhauchen“, erklärt Christian Firmbach, Generalintendant des Theaters in Oldenburg. Gespielt wird die Fassung mit eigener Besetzung dann jeweils in der folgenden Saison.

100 Veranstaltungen mit 550 Künstlern, darunter 30 Konzerte, bieten die Festspiele. Neben dem Deutschen Theater und der Stadthalle wird es auch in diesem Jahr an vielen Orten im Landkreis Konzerte geben, unter anderem im Rittersaal in Hann.Münden, im Schloß in Herzberg und in der Klosterkriche Bursfelde. Neu ist in diesem Jahr ein Konzert am Donnerstag, 14. Mai, in der St. Alexandri-Kirche Einbeck. Die Sopranistin Maria Espada und der Ghislieri Choir präsentieren das Programm „Maria!“.

Das Oratorium „Theodora“ wird am Sonnabend, 23. Mai, in der Stadthalle aufgeführt. Händel hielt sein vorletztes Oratorium für sein bestes und stellte den Chorus of Christians noch über den Hallelujah-Chor seines Messias. Solisten sind die Sopranistin Carolyn Sampson und der Tenor Rupert Charlesworth.

Für das Galakonzert am Donnerstag, 21. Mai, konnte die Mezzosopranistin Sarah Conolly gewonnen werden. Unter dem Motto „Händel-Variationen“ steht das Konzert des Göttinger Symphonie Orchesters unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller am Sonntag, 17. Mai mit einer Auftragskomposition von Isabel Mundry und Mendelssohns Violinkonzert mit der Geigerin Carolin Widmann.

Neu im Programm ist eine Zusammenarbeit mit dem Stummfilm-Festival das Göttinger Kinos Lumière. Gemeinsam werden die Filme Metropolisund Nosferatu aufgeführt. Bei Nosferatu zeigt sich der künstlerische Leiter Cummings in neuer Rolle: er wird den Film am Klavier begleiten. Eine Hommage an seine Großmutter, die in den 1920er Jahren Stummfilm-Pianistin war.

Das vollständige Festival-Programm ist beim Tageblatt-Ticket-Service, Jüdenstraße 13, und bei der Tourist-Information Göttingen erhältlich. Der öffentliche Kartenvorverkauf startet am Montag, 2. Februar.

Neben den Galakonzerten und den Opernaufführungen gibt es ein vielfältiges weiteres Programm. Händel 4 Kids beispielsweise bietet Tanz-, Kunst und Musikveranstaltungen für Kinder.  Ein neues Format ist in diesem Jahr das Kiessee-Vergnügen am Sonnabend, 23. Mai. Das Deutsche Theater gestaltet mit weiteren Partnern einen Parcours mit musikalischen und literarischen Miniaturen rund um das Thema Wasser.

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